Ausbildung

Bohren, fräsen, programmieren: Österreichs erster Lehrlingswettbewerb rund um Industrie4.0

Wer sich für eine Lehre im Bereich Industrie4.0 entscheidet, wird später besonders gefragt sein - so lautet das Versprechen der Wirtschaft. Dazu fand jetzt in St. Pölten der erste österreichische Lehrlingswettbewerb zum Thema Industrie 4.0 statt: Sieben Teams haben um die Wette gebohrt, gefräst und programmiert.

Unternehmen wollen mehr junge Menschen davon überzeugen, eine Ausbildung im Bereich Industrie4.0 zu machen. Hier im Bild der erste Lehrlingswettbewerb zu diesem Thema, der Ende Mai in St. Pölten stattgefunden hat.

Industrie 4.0 wird die Zukunft der fertigenden Industrie maßgeblich prägen. Den Mitarbeitern soll dabei eine besondere Bedeutung zukommen. Gut ausgebildete Technikerinnen und Techniker werden dann besonders gefragt sein, so zumindest das Versprechen der Industrieunternehmen.

Deshalb werben sie jetzt dafür, dass junge Menschen sich für eine Lehrausbildung im Bereich Industrie4.0 entscheiden. Zum Beispiel die Firma Festo. Das auf Automatisierungstechnik und Ausbildung spezialisierte Unternehmen war Hauptsponsor des ersten österreichischen Lehrlingsteamwettbewerbs zum Thema Industrie 4.0.

Wissen aus unterschiedlichen Bereichen verknüpfen

White Paper zum Thema

Die durch die Digitalisierung beeinflusste vierte Industrielle Revolution (Industrie4.0) sorgt für weitreichende Veränderungen in der gesamten Industrie. Die reale und die virtuelle Fertigung kommen einander immer näher. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Wertschöpfungskette – und natürlich auch auf die Ausbildung, von der Schule bis zur Lehre.

Digitalisierung heißt vernetzt denken und arbeiten. Dabei ist Spezialwissen gefragt, etwa aus der IT oder der Mechatronik, sowie die Fähigkeit, die Kenntnisse aus diesen Bereichen übergreifend anzuwenden. Der Lehre kommt damit besondere Bedeutung zu. Sie muss zeitgemäß und attraktiv sein.

Industrie 4.0 in der Praxis

Beim Lehrlingswettbewerb der niederösterreichischen Industrie am 30. und 31. Mai in St. Pölten gab es dazu eine Premiere: Hier fand österreichweit erstmals ein eigener Wettbewerb zum Thema Industrie 4.0 statt. Die sieben antretenden Teams mit jeweils vier Mitgliedern mussten Aufgaben bewältigen, die Fähigkeiten aus den Bereichen Projektmanagement, Elektronik, Mechanik und Elektropneumatik umfassten.

Viele Aufgabenstellungen mussten auf Übungsstationen von Festo Didactic gelöst werden. Dieses Lernsystem ist modular aufgebaut, um Arbeitsschritte und Prozesse einer Fabrik mit echten Industriekomponenten zu veranschaulichen.

Bohren, fräsen und programmieren

Traditionelles Bohren oder Fräsen wurde beim Lehrlingswettbewerb ebenso verlangt, wie Programmier-Fähigkeiten, CAD Zeichnen oder der Umgang mit modernen Sensoren. Weitere Elemente waren RFID-Technik und QR-Codes.

Im Sinne des vernetzten Denkens und Handels konnten die Teams auch aus Lehrlingen von verschiedenen Unternehmen zusammengesetzt sein – eine Möglichkeit, die zwei Teams nutzten.

Sie sollten eine "Fabrik" aufbauen, in der Alu-Teile verpackt und mit Versandinformationen auf RFID-Chips versehen werden. In einem zweiten Bereich wurde die Logistiklösung für die Einlagerung der Alu-Drehteile entwickelt und aufgebaut.

Industriesparte der WK Niederösterreich und Festo als Veranstalter

Die Veranstaltung der Sparte Industrie in der Wirtschaftskammer Niederösterreich wurde von Festo als Hauptsponsor unterstützt.

Rainer Ostermann, bei Festo zuständig für den österreichischen Markt, meint dazu: „Vernetztes Denken, Teamwork, Flexibilität und ein technologieübergreifendes Verständnis werden bei Industrie 4.0 erfolgsentscheidend sein. Umso wichtiger ist es, diese Fähigkeiten schon bei jungen Menschen zu fördern. Als Anbieter von Automationslösungen sowie Aus- und Weiterbildung in der Technik, war uns die Sonderkategorie 'Industrie 4.0' bei den niederösterreichischen Lehrlingswettbewerben daher ein ganz besonderes Anliegen."

Die Sonderkategorie „Industrie 4.0“ des Lehrlingswettbewerbs in Niederösterreich sorgte österreichweit für Interesse von Besuchern aus verschiedenen Bundesländern.

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