Medizintechnik

Börsenaufsicht: Verdacht auf Bestechung bei Siemens und General Electric

Eigenweihten zufolge prüft die amerikanische Börsenaufsicht SEC Vorwürfe gegen Siemens, Philips und General Electric wegen angeblicher Bestechungen in China. Die westlichen Konzerne sollen dort viel Geld gezahlt haben, um Medizintechnik liefern zu "dürfen".

Siemens, Philips und General Electric (GE) sind Insidern zufolge wegen angeblicher Bestechungsversuche in China ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten. Den Unternehmen werde vorgeworfen, lokale Mittelsmänner für die Aushandlung von Bestechungsgeldern mit chinesischen Vertretern der Regierung und von Krankenhäusern eingesetzt zu haben, um medizinische Geräten zu verkaufen.

Siemens, GE und Philips weisen Vorwürfe und Bericht zurück

Das erfuhr Reuters von zwei mit der Sache vertrauten Personen aus den USA. Die Ermittlungen seien neben einer Untersuchung der Geschäfte in Brasilien Teil der Anstrengungen der US-Regulierer, gegen mutmaßliche Korruption beim Verkauf teurer medizinischer Geräte durchzugreifen. Die SEC wollte sich dazu nicht äußern. Siemens, GE und Philips wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, sie wüssten nicht von Untersuchungen der Börsenaufsicht hinsichtlich der Geschäfte in China.

Angeblich auch Prozess wegen möglicher Bestechung in Brasilien

Reuters hatte im Mai von Insidern erfahren, dass die SEC zusammen mit der US-Bundespolizei FBI wegen angeblicher Bestechungszahlungen in Brasilien unter anderem gegen Siemens, GE, Philips und Johnson & Johnson ermittelt. Der Markt für medizinische Geräte in China war 2017 gut 58,6 Milliarden Dollar (52,4 Mrd. Euro) schwer - verglichen mit 10,8 Milliarden Dollar für den brasilianischen Markt. In China waren die zuständigen Behörden zunächst nicht für eine Stellungnahme zu den Ermittlungen erreichbar. Die brasilianische Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme ab. (reuters/apa/red)

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