Luftfahrtindustrie

Boeing: Kein Problem wegen gestrichener Aufträge im Iran

Flugzeughersteller Boeing entgehen nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomdeal mit dem Iran Geschäfte in Milliardenhöhe. Doch das werde die Produktion nicht zurückwerfen, sagt Konzernchef Dennis Muilenburg.

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Dem US-Flugzeugbauer Boeing entgehen durch den Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen mit dem Iran milliardenschwere Aufträge, doch das ist laut Konzernchef Dennis Muilenburg gut zu verkraften.

Für die vereinbarten Verkäufe an iranische Fluggesellschaften seien ohnehin noch keine Produktionsplätze eingeplant gewesen, sagte Muilenburg in der Vorwoche in Washington. Man werde bei Iran-Geschäften der "Führung der US-Regierung" folgen.

Muilenburg: Entgang milliardenschwerer Aufträge gut zu verkraften

Boeing hatte sich mit zwei Fluggesellschaften aus dem Iran auf den Verkauf von insgesamt 110 Jets geeinigt, die nach Listenpreisen einen Wert von mehr als 20 Mrd. Dollar (16,85 Mrd. Euro) hätten und nach Abzug branchenüblicher Rabatte für Großaufträge wohl knapp 10 Milliarden kosten würden. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Iran-Sanktionen wiederzubeleben, lässt diese Geschäfte nun platzen.

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Auswirkungen auch auf Airbus

Wegen der hohen Ungewissheit hatte Boeing die Bestellungen aber ohnehin noch nicht im Orderbuch stehen. Gemessen an den vielen Aufträgen, auf denen der US-Konzern sitzt, fallen sie insgesamt auch nicht so stark ins Gewicht. Aktionäre reagierten dennoch erleichtert auf Muilenburgs Aussagen; die Aktie notierte im US-Handel zuletzt zwei Prozent fester. Auch Boeings Rivale Airbus muss nach Trumps Entscheidung um milliardenschwere Iran-Aufträge bangen. (dpa/apa/red)

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