Luftfahrtindustrie

Boeing hat im Mai nur vier Flugzeuge verkauft

Der amerikanische Industrieriese ist derzeit von zwei Seiten schwer unter Druck: Die Krise rund um den Unglücksflieger 737 Max sorgt für sehr viele Stornierungen, während die Coronakrise die gesamte Luftfahrt in eine beispiellose Flaute gestürzt hat.

Die Coronakrise und das Debakel um den Unglücksflieger 737 Max setzen Boeing weiter schwer zu. Im Mai wurden lediglich vier Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, wie der US-Luftfahrtkonzern bekanntgab. Vor einem Jahr waren es noch 30 gewesen, obwohl das wichtigste Modell 737 Max wegen zweier Abstürze mit 346 Toten damals schon mit Startverboten belegt war.

Auch die Auftragslage des Airbus-Erzrivalen bleibt kritisch - im vergangenen Monat kamen lediglich neun neue Bestellungen rein, darunter keine Passagiermaschinen. Die Stornierungswelle dauert indes an: Im bisherigen Jahresverlauf bis Ende Mai gingen unterm Strich insgesamt 602 Aufträge verloren. 615 stornierte Max-Bestellungen konnte Boeing kaum mit anderen Modellen abfedern.

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Boeing-Zulieferer sorgt für Zweifel bei Unglücksjet 737 Max

Unterdessen hat der Zulieferer Spirit AeroSystems mitgeteit, dass Boeing einen vorübergehenden Stopp bestimmter Arbeiten und eine Drosselung der Produktion wichtiger Komponenten der 737 Max angewiesen habe. Das Unternehmen sei deshalb gezwungen, seine Beschäftigtenzahl weiter zu verringern und einige Mitarbeiter in unbezahlten Zwangsurlaub zu schicken.

Die Mitteilung des Zulieferers nährt neue Zweifel an Boeings Zeitplan für die angestrebte Wiederzulassung der 737 Max und an den erhofften Produktionsraten des Flugzeugtyps. Eigentlich will der Airbus-Rivale das Modell, für das seit März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten weltweit Startverbote gelten, noch in diesem Sommer wieder in den Betrieb bringen. Diese Woche hatten US-Medien noch berichtet, dass Ende Juni ein entscheidender Zertifizierungsflug geplant sei. (dpa/apa/red) 

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