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BMW wächst weiter - trotz Modellwechsel beim wichtigen 5er

Der bayerische Autobauer hat 2016 ein neues Rekordjahr eingefahren und im Februar erneut mehr Autos verkauft - trotz des Modellwechsels beim wichtigen 5er, mit dessen Produktion auch Magna Steyr beauftragt ist.

Für Magna Steyr ist es der Produktionsstart "des wahrscheinlich wichtigsten Autos Österreichs"...

Im Jahr 2016 hat BMW das siebente Rekordjahr in Folge eingefahren und unterm Strich ein Ergebnis von 6,91 Mrd. Euro erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von acht Prozent.

Für 2017 äußerte sich der Vorstandschef Harald Krüger angesichts neuer Modelle wie 5er oder Mini Countryman vorsichtig optimistisch: "Wir streben im laufenden Jahr einen leichten Zuwachs der Auslieferungen auf einen neuen Höchstwert an." Details nannte er nicht. Eine konkretere Prognose wird zur Bilanz-Pressekonferenz am 21. März erwartet.

Titel als weltgrößter Oberklasse-Autobauers geht an Mercedes-Benz

Im vergangenen Jahr hatten die Münchner nach zwölf Jahren an der Spitze den Titel des größten Oberklasse-Autobauers der Welt an Mercedes abgeben müssen. Die Premiummarke aus dem Hause Daimler verkaufte dank zahlreicher neuer Modelle gut 2,08 Millionen Pkw weltweit, BMW kam mit der weiß-blauen Kernmarke auf rund 2,0 Millionen Fahrzeuge. VW-Ableger Audi, der Dritte im Bunde der Dauerrivalen, lag mit 1,87 Millionen ausgelieferten Wagen auf Platz 3.

BMW betonte erneut, dass der Konzern mit seinen drei Marken - dazu gehören auch Mini und Rolls-Royce - weltweit der führende Hersteller von Premiumautos bleibe. Insgesamt erzielten die Münchner 2016 beim Absatz den Bestwert von knapp 2,4 Millionen Autos, Daimler kam mit Mercedes und Smart auf gut 2,2 Millionen.

Starker Anstieg beim Absatz im Februar

Zuletzt hat BMW im Februar trotz des Modellwechsels beim wichtigen 5er mehr Autos verkauft. Der Konzernabsatz stieg um 3,1 Prozent auf über 169.000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Kostenfaktoren sind aktuell der Modellwechsel beim absatzstarken 5er sowie der Preiskampf und der Hochlauf neuer Technologien rund um Elektromobilität und autonomes Fahren.

Wichtigster Treiber des jüngstsen Absatzes war die Nachfrage in China, wo BMW und Daimler derzeit von den Problemen des Konkurrenten Audi mit seinen Händlern profitieren. In China legte der BMW-Absatz um 11 Prozent zu, wie der Konzern mitteilte. In den USA allerdings gibt es eine neue Rückrufaktion, fast 122.000 Autos sollen umgerüstet werden.

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Konkurrent Daimler hatte im Februar 168.000 Mercedes- und Smart-Autos verkauft, aber im direkten Vergleich der Marken BMW und Mercedes weiter die Nase vor. BMW-Vertriebschef Ian Robertson sagte in München, dass der neue 5er den Absatz im Laufe des Jahres anschieben werde.

Wie schon im Jänner waren im Februar vor allem die SUV-Modelle X1 und X5 sowie der 7er stärker gefragt als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Plug-in-Hybriden und dem batteriegetriebenen Kleinwagen i3 verdoppelte sich seit Jahresbeginn auf gut 10.000 Fahrzeuge. Einen weiteren Schub bei elektrifizierten Fahrzeugen wartet BMW ab dem Sommer: Im März kommt der BMW 530, im Juli der Mini-Cooper Countryman als Plug-in-Hybride auf den Markt.

Großer Rückruf in den USA

In den USA hat die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wegen eines möglichen Schadens an der Gelenkwelle den Rückruf von knapp 122.000 Autos veranlasst. Das sagte ein BMW-Sprecher in München. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge der Baureihen X5 und X6 aus den Baujahren 2011 bis 2014.

Bei den betroffenen Fahrzeugen kann laut BMW unter Umständen Staub in eine Manschette eintreten und den Bruch eines Kreuzgelenks verursachen. Die NHTSA ordnet häufig Fahrzeugrückrufe an - 2016 waren es nach Zahlen der Behörde mehr als 900.

BMW liegt trotz Rekordzahlen bei Rendite hinter Mercedes

Teure Modellwechsel, hohe Kosten für Elektromobilität und schlechtere Geschäfte im wichtigen US-Markt haben BMW hinter den Dauerrivalen Daimler zurückfallen lassen. Außer bei den Verkaufszahlen zogen die Schwaben 2016 auch bei der Profitabilität vorbei, wie die von BMW diese Woche vorgelegten Zahlen zeigten.

In der Kernsparte Automobile sackte die Rendite (Ebit-Marge) der Münchner trotz Rekordverkaufszahlen auf 8,9 Prozent ab - und lag damit unter den 9,1 Prozent, die Mercedes-Benz 2016 verbuchte.

BMW überweist ein Drittel seines Gewinns an Aktionäre

Die Anleger können sich trotzdem freuen: Sie bekommen für 2016 mehr Dividende. Weil der Konzern insgesamt das siebente Rekordjahr in Folge einfuhr und noch dazu im vergangenen Jahr 100-jähriges Bestehen feierte, soll die Dividende auf neue Höchstwerte steigen. Für 2016 wollen Vorstand und Aufsichtsrat je Stammaktie 3,50 (Vorjahr: 3,20) Euro ausschütten und 3,52 (3,22) je Vorzugsaktie. Damit zahlt BMW ein Drittel seines Gewinns an die Anteilseigner aus.

(dpa/reuters/apa/red)

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