Stahlindustrie

"bluemint Steel": Thyssenkrupp plant 500.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl

Wie Thyssenkrupp den Weg zu einer klimafreundlichen Stahlproduktion ebnet und welche Pläne das Unternehmen bis 2024 hat.

Im Rennen um eine klimafreundlichere Stahlproduktion will Thyssenkrupp bereits vor dem Bau einer neuen Anlage auf Kundenfang gehen. Der Konzern stellte am Mittwoch ein Produkt vor, bei dem er sich den Einsatz von Ersatzstoffen bescheinigen lässt, mit denen im Hochofen weniger Kohle verbraucht wird. Dafür wird am Hochofen bereits reduzierter Eisenschwamm eingesetzt.

Die eingesparte CO2 Menge von bis zu 70 Prozent werde dann bilanziell auf Stahlprodukte umgelegt und auf den Markt gebracht. Unter dem Namen bluemint Steel wolle Thyssenkrupp im kommenden Jahr 50.000 Tonnen dieses zertifizierten Stahlprodukts anbieten, kündigte Stahlchef Bernhard Osburg an. 2024 sollen es bereits 500.000 Tonnen sein.

Die Stahlindustrie steht vor dem größten Umbau ihrer Geschichte. Die Branche gehört zu den größten Produzenten klimaschädlichen Kohlendioxids. Sie setzt bei ihrer Transformation insbesondere auf den Einsatz von Wasserstoff als Ersatz für die klimaschädliche Kokskohle. Die Konzerne wollen dafür in den kommenden Jahren mit Milliardeninvestitionen neue Anlagen bauen und in der Zwischenzeit den Weg dazu ebnen. "Wir schaffen die Kohle ab, nicht das Stahlwerk", Arnd Köfler, CTO Thyssenkrupp Steel.

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"Der entscheidende Technologiewechsel findet mit dem Bau von mit Wasserstoff betriebenen Direktreduktionsanlagen statt", sagte Osburg. 2025 wolle Thyssenkrupp die erste in Betrieb nehmen. "Aber in der Zeit bis dahin, können wir schon im bestehenden Technologierahmen einiges an CO2-Einsparung erreichen." Erster Kunden des neuen Produkts sei der Hersteller von Badprodukten Kaldewei. (apa)