Portrait

Birgit Rechberger-Krammer: „Ein bisschen Abwechslung brauche ich noch“

Birgit Rechberger-Krammer suchte auch geografisch neue Herausforderungen – Verständnis für ihr familiäres Lebensmodell war nicht immer gegeben. Ein Portrait über eine der wichtigsten Frauen des Jahres.

Obwohl Birgit Rechberger-Krammer seit Abschluss ihres Studiums beim Chemieriesen Henkel arbeitet, ist ihre Karriere alles andere als geradlinig verlaufen: In den ersten Jahren hat sie bei Henkel Österreich alle lokalen Tätigkeiten in ihrem Umfeld übernommen, um danach von Wien aus den Sales-Bereich für Osteuropa aufzubauen und zu managen. Dann war der Zeitpunkt gekommen, ihre Karriere mit einem Auslandsaufenthalt anzuschieben: „Recht spontan wurde damals der Geschäftsführer-Posten in Tschechien frei und ich bin mit meiner Familie für drei Jahre nach Prag übersiedelt.“ Nach weiteren fünf Jahren in Wien folgte der Ruf des deutschen Headquarters: „Es war mir klar: Wenn ich auf oberster Ebene die Verantwortung in Österreich und für das Waschmittelgeschäft in Osteuropa übernehmen möchte, sollte ich Erfahrungen im Headquarter gemacht haben.“ Das sei eine harte Zeit für die Familie gewesen, doch gleichzeitig eine sehr lehrreiche und persönlich bereichernde. 

© Henkel

Name: Birgit Rechberger-Krammer 
Unternehmen: Henkel CEE
Funktion: Präsidentin Henkel Österreich, Mitglied der Geschäftsführung
Alter: 49
Besonderheit: pendelte jahrelang zwischen Düsseldorf und Wien

Bei ihren Mentees – sowohl an der WU als auch im Konzern – räumt sie in diesem Zusammenhang immer wieder mit unrealistischen Erwartungen auf: „Die meisten sind überaus positiv, man muss ihnen auch bis zu einem gewissen Teil die Illusionen nehmen, denn man kann nicht alles gleichermaßen wollen.“ Ihr familiäres Lebensmodell ist dabei immer wieder Kritikpunkt für Außenstehende. „Ich muss schon sagen: Deutschland und Österreich sind Entwicklungsländer, was Frauen in Führungspositionen betrifft.“

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Was könnte in einigen Jahren die nächste Herausforderung sein? „Diese Ebene ist mehr, als ich mir je erträumt hätte. Aber ich möchte das, was ich jetzt mache, nicht bis zur Pension machen, es gibt innerhalb von meiner Peergroup auch andere Verantwortungen. Ein bisschen Abwechslung brauche ich noch.“

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