Energie

Billiges Öl drückt Wintershall nach unten

Der größte deutsche Produzent von Öl und Gas leidet unter dem Verfall der Energiepreise. Die Konzerntochter des Chemieriesen BASF erwartet auch heuer niedrige Preise - und entsprechend weniger Gewinn.

Die niedrigen Energiepreise freuen die Verbraucher, dem größten deutschen Öl- und Gas-Produzenten Wintershall sind sie aber ein Graus. Der Gewinn der BASF-Tochter sank im vergangenen Jahr auf 1,05 Mrd. Euro, nach 1,46 Mrd. Euro 2014. "Wir erwarten ein niedriges Preisniveau auch 2016", sagte Wintershall-Vorstandschef Mario Mehren in Kassel.

Wegen der niedrigen Preise und dem Verkauf des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts gehe er für das laufende Jahr von einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Gewinn (EBIT) aus. "2016 wird nicht das Jahr neuer Rekorde", sagte Mehren.

Weil Wintershall im Vorjahr 2015 unter anderem seinen Anteil am Gashändler Wingas an den russischen Energiekonzern Gazprom getauscht hatte, sank der Umsatz von 15,15 Mrd. Euro (2014) auf 13,0 Mrd. Euro. Dagegen stieg die Förderung von Erdöl und -gas von 136 Mio. Barrel Öläquivalent (boe) auf 153 Mio. boe. Mehren bekräftigte das Ziel, bis 2020 insgesamt 190 Mio. boe zu fördern. Auch die heimische OMV hat vor wenigen Tagen einen milliardenschweren Tausch mit Gazprom vereinbart. Der jetzige OMV-Chef Rainer Seele war zuvor bei der Wintershall tätig.

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Sparen gegen den Preiskrieg am Ölmarkt

Dem Preisverfall bei Öl und Gas will Wintershall mit einem Sparprogramm begegnen. Die Zahl der Bohrungen nach neuen Feldern soll sinken, am Hauptsitz in Kassel gibt es einen Einstellungsstopp. Insgesamt sollen so allein heuer rund 200 Mio. Euro eingespart werden.

In ausgewählte Projekte wolle Wintershall aber weiter investieren, betonte Mehren. Vor allem in Russland und Argentinien will das Unternehmen seine Aktivitäten ausbauen. Insgesamt aber sollen die Investitionen von 1,4 auf rund eine Milliarde Euro sinken. Wintershall sucht und fördert mit rund 2000 Mitarbeitern Erdöl und Erdgas weltweit.

Bei Konkurrenten von Wintershall wie Shell oder Statoil war der Gewinn wegen des Preisverfalls zwischen 50 und 90 Prozent eingebrochen. Der heimische Energiekonzern OMV schrieb sogar einen Milliardenverlust. (APA/dpa/red)

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