Bahn

Bieterrennen unter Finanzfirmen um DB-Konzerntochter Arriva

Arriva, die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn, steht zum Verkauf - und die Finanzfirmen Carlyle und Apollo liefern sich offenbar gerade einen Bieterkampf um das Unternehmen. Dass der Zuschlag an fünf Wettbewerber aus der Bahnindustrie geht, gilt als unwahrscheinlich.

Die US-Finanzinvestoren Carlyle und Apollo liefern sich Insidern zufolge einen Bieterkampf um die Nahverkehrstochter Arriva der Deutschen Bahn.

Einer der beiden Investoren werde als der wahrscheinlichste Käufer gesehen, aber auch der US-Finanzinvestor Lone Star sei noch im Rennen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Arriva: 2010 übernommen

Die Deutsche hatte Arriva mit Sitz in Großbritannien 2010 gekauft und treibt im Kampf gegen steigende Schulden nun den Verkauf voran. Die Firma erwirtschaftete im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 5,44 Mrd. Euro einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 575 Mio. Euro.

Wettbewerber wollen Zerschlagung

Arriva-Wettbewerber wie Keolis, Go-Ahead, Stagecoach, Transdev oder ComfortDelGro seien jeweils nur an Teilen von Arriva interessiert und würden sich daher wohl nicht durchsetzen. Offerte für die Deutsche-Bahn-Tochter, die mit 3 bis 4 Mrd. Euro bewertet werden dürfte, seien am kommenden Donnerstag fällig, sagten die Insider weiter. Endgültige Gebote für das Unternehmen mit seinen europaweit 53.000 Mitarbeitern würden für Ende Oktober erwartet.

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Auch ein Börsengang möglich

Neben einem Verkauf treibt die Bahn auch einen Börsengang von Arriva in Amsterdam voran. Vor kurzem hätten dazu Analystenpräsentationen stattgefunden, sagten die Insider. Die Deutsche Bank und Citi sollen einen möglichen Börsengang federführend begleiten, der bei einem Scheitern der Verkaufsgespräche mit Investoren noch heuer stattfinden solle. Daneben sollten BNP, HSBC, Credit Suisse und ING den Börsengang als sogenannte Bookrunner begleiten.

Am 18. September solle der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn über den Verkaufsprozess informiert werden. Eine Entscheidung, ob Arriva verkauft oder an die Börse gebracht werden soll, werde aber erst Ende Oktober fallen, sagten die Insider.

Die Deutsche Bahn sowie die genannten Unternehmen und Banken lehnten einen Kommentar ab oder waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen (reuters/apa/red)