Containerlogistik

Betrug bei P&R: Gläubiger fordern eine Milliarde Euro vom Gründer

Dieser Betrugsprozess ist zuletzt auch nach Österreich übergeschwappt: Nach dem mutmaßlichen Milliardenbetrug bei der Münchner Containerfirma P&R fordern Gläubiger sehr viel Geld vom Firmengründer, der aber schon in Haft sitzt.

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Der Kopf hinter dem mutmaßlichen Milliardenbetrug bei der insolventen Münchner Containerfirma P&R muss sich auf den Verlust seines Geldes einstellen. Rund 1.500 Gläubiger hätten im Insolvenzverfahren über das persönliche Vermögen von P&R-Gründer Heinz Roth 1 Mrd. Euro Forderungen angemeldet, so Insolvenzverwalter Miguel Grosser. Sie werden aber nur einen Bruchteil dieser Summe bekommen.

Denn der seit gut einem Jahr in Untersuchungshaft sitzende Roth ist zwar reich, aber kein Milliardär: Der Geschäftsmann hatte sein Vermögen im vergangenen Jahr auf 12 bis 13 Mio. Euro beziffert. Dementsprechend haben die Gläubiger lediglich eine "marginale Quote" zu erwarten, wie der Sprecher der Kanzlei mitteilte. Roth hat sein Geld hauptsächlich in Immobilien in Deutschland, Österreich und auf der Karibikinsel St. Barth angelegt.

Betrugsprozess betrifft inzwischen auch Österreich

Der Milliardenbetrug, der in einem Strafverfahren untersucht wird, hat jetzt auch Auswirkungen in Österreich: Nun steht auch eine Klage gegen einen Vermittler in Österreich an. Details dazu: P&R-Betrugsskandal schwappt nach Österreich >>

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Die endgültige Schadensumme ist noch ungeklärt, doch könnte die P&R-Pleite der größte Betrugsfall der deutschen Nachkriegsgeschichte sein. Vor der Insolvenz im Frühjahr 2018 hatten 54.000 Anleger gut 3,5 Mrd. Euro bei dem Unternehmen angelegt, das sein Geld mit dem Verkauf und der Vermietung von Schiffscontainern verdiente. Von den 1,6 Millionen auf dem Papier verkauften Containern existieren jedoch nur gut 600.000 - der Rest waren Scheingeschäfte, für die die Anleger jedoch echtes Geld gezahlt hatten.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Roth wegen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. Die Insolvenzverwalter hoffen, bis Ende 2021 insgesamt 560 Mio. Euro sichern zu können - und in den Folgejahren noch weitere Beträge. (dpa/apa/red)

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