Stahlindustrie

Betriebsräte von Thyssenkrupp: Ehe mit Tata kann "in einem Desaster enden"

Der Betriebsrat der Stahlsparte beim deutschen Technologieriesen Thyssenkrupp hat seine eindringliche Warnung vor einer Stahlfusion mit Tata wiederholt. Die Vertreter der Mitarbeiter treibt vor allem die Sorge vor einer sehr kurzen "Ehe" um - "die mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Desaster endet."

Der Betriebsrat der Thyssenkrupp-Stahlsparte hat vor Risiken bei einer möglichen Fusion mit dem Konkurrenten Tata gewarnt. "Diese Ehe würde eine sehr kurze Verbindung werden, die mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Desaster endet", sagte der Betriebsratsvorsitzende der Stahlsparte, Günter Back, vor wenigen Tagen in Duisburg nach einer Betriebsversammlung.

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Völlig unklar sei unter anderem die Frage der hohen Pensionsverpflichtungen, die Tata in ein solches Gemeinschaftsunternehmen einbringen würde. Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger hatte zuletzt die Notwendigkeit einer Konsolidierung in der europäischen Stahlbranche betont und Gespräche mit Tata bestätigt.

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In der Belegschaft herrsche große Unsicherheit und Wut bei dem Thema, berichtete Back. 2017 werde aus Sicht des Betriebsrats damit zum Jahr des betrieblichen Widerstands und des Unmuts werden. "Wir haben viele Fragen und keine Lösungen. Da lässt uns der Vorstand im Dunkeln", sagte er.

Stahlpreise steigen wieder

Angesichts von wieder steigenden Stahlpreisen und einer guten Auslastung der Anlagen forderte der Betriebsrat in dem Unternehmen wieder eine Vorwärtsstrategie für den Stahl. Bei einem möglichen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten seien dagegen Arbeitsplätze und Standorte in Gefahr. (dpa/apa/red)

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