Efficient Factory

Best Practices: Was macht eine Fabrik effizient?

Kostwein Maschinenbau hat beim Wettbewerb Fabrik2021 in der Kategorie Efficient Factory gewonnen. Das Unternehmen aus Kärnten zeigt vor, wie man selbst in Krisenzeiten wachsen kann. Über Lean Management, Digitalisierung und ausgeweitete Kernkompetenzen.

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Zum mittlerweile 11. Mal veranstalteten diesen Herbst das Industriemagazin und Fraunhofer Austria Österreichs wohl härtesten Wettbewerb in Sachen Produktion. Fünf Unternehmen trafen im Finale von Fabrik2021 aufeinander. 

Erfahren Sie in dieser Serie, was von den Siegern in den Kategorien Efficient Factory, Smart Factory und Green Factory übernommen werden kann. Lesen Sie alles über den besten Shopfloor, Best Practices, die wichtigsten Benchmarks und potenzielle Handlungsfelder.

Kostwein Maschinenbau holt den Sieg in der Kategorie Efficient Factory! 

White Paper zum Thema

Was macht Kostwein?

Der Maschinenbauer mit Hauptsitz in Klagenfurt wird in dritter Generation familiengeführt – und feiert heuer sein 100-jähriges Jubiläum. 650 Mitarbeiter arbeiten hier an 1050 verschiedenen Aufträgen pro Woche. Dafür sind 200 CNC-Maschinen im Einsatz. Weitere 300 Mitarbeiter montieren dann die Komplettmaschinen für verschiedene Branchen des Maschinenbaus – auch die Automobilindustrie. Die Vision: „Maschinen für Weltmarktführer“ herzustellen. Schwesterwerke gibt es in Kroatien und Italien, doch Kärnten stellt das Leitwerk. Gibt es technologische Neuerungen, werden diese erst hier eingeführt, bevor sie auf die anderen Fabriken übertragen werden.

https://youtu.be/lhgD3kHXZZA

Was macht Kostwein aus?

Weiterentwicklung wird hier großgeschrieben – auch in Krisenzeiten. Aber schon 2018 wurden neue Wachstumssegmente definiert – „im Bereich Pharma, aber auch Umwelt und Kreislaufwirtschaft“, so CEO Hans Kostwein. Konkret betrifft das Co2-freies Plastikrecycling, sowie Maschinen für Produkte aus Zuckerrohrfasern statt Plastik. Auch die Generalüberholung von Maschinen trägt jetzt stärker zum Wachstum des Unternehmens bei.

Was macht Kostwein dabei richtig?

Diese Entwicklungen sieht das Unternehmen nicht als harte Disruption, sondern als Ausweitung der Kernkompetenzen. Der Maschinenbauer übernimmt Produktion und Montage, erweitert durch „ausgefeilte Logistikkonzepte“, wie Kostwein sie nennt.

Was macht Kostwein effizient?

Hier wird Lean Management gelebt. Schon 2013 wurde die Qualitätsmanagementmethode EFQM eingeführt. Ein Beispiel, wie gut die synchrone Taktfertigung funktioniert: 2016 wurden fünf verschiedene Verpackungsmaschinen in 300 Varianten über eine einzige Montagelinie geschleust.

Auch im Management ist Stillstand ein No-Go. „Wir bringen unsere Lean-Konzepte durch Digitalisierung auf den nächsten Level“, so Kostwein. Dabei liegt der Fokus auf Echtzeitdaten. Mit dem Datenvisualisierungstool Power BI von Microsoft sind sämtliche Prozessdaten – vom Einkauf bis zur Fertigung – durchgängig und einheitlich aufbereitet. „Das hat uns einen Riesensprung nach vorne gebracht.“

Ein weiterer Punkt ist die Organisation. Verantwortung wird in diesem Unternehmen zunehmend dezentralisiert. Kostweins Traum ist es, „dass Gruppenleiter ihre Teams eigenverantwortlich als Unternehmer im Unternehmen führen.“ Entscheidungspfade sollten größtenteils selbst ausgewählt werden.


Was wird für die Zukunft getan?

Kürzlich wurden rund zehn Millionen Euro in den Maschinenpark investiert. Außerdem wurde die Ölheizung auf Fernwärme umgestellt und Solaranlagen errichtet.

Kostwein bildet konstant 100 Lehrlinge aus und hat zuletzt ebenso viele zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Heuer wird das Wachstum zwischen 15 und 20 Prozent liegen. Weitere Mitarbeiter für die Produktion werden noch gesucht.

Haben Sie den letzten Beitrag der Serie Best Practices verpasst? Hier geht’s zum Nachlesen: Best Practices: Was macht eine Fabrik smart?

Lesen Sie morgen, von welchem Unternehmen man sich in Sachen Umweltschutz eine Scheibe abschneiden kann! Wieder auf industriemagazin.at!