Energieversorger

"Besser als geplant": Tiwag macht 76 Millionen Euro Gewinn

Der Tiroler Versorger verzeichnet für das Vorjahr ein deutliches Plus sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz. Auch der Strompreis ziehe wieder an, so Vorstand Erich Entstrasser.

Der Tiroler Landesenergieversorger Tiwag hat 2017 sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz zugelegt. Das Ergebnis vor Steuern stieg gegenüber 2016 von 75 Mio. auf 75,8 Mio. Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern kletterte bei einem Umsatz von 1,10 Mrd. (2016: 1,07 Mrd.) auf 92,4 Mio. (2016: 69,3 Mio. ), so Tiwag-Vorstand Erich Entstrasser im APA-Gespräch: "Damit ist das Ergebnis besser als geplant."

Investitionen von 256 Millionen Euro

"Der Strompreis zieht wieder leicht an", erklärte der Vorstandsvorsitzende, der darauf hofft, dass die Talsohle am Strommarkt durchschritten sei. Der Anstieg beim Konzernergebnis sei darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen mit den Themen Strom, Gas, Wärme "breiter aufgestellt" sei, die Netzgesellschaften drinnen seien und Zusatzerträge mit den Beteiligungen wie der IKB lukriert würden. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe man auch 2017 mit einem Investitionsvolumen von 256,3 Mio. Euro einiges an Geld in die Hand genommen, so Entstrasser. Ein beträchtlicher Teil davon komme der heimischen Wirtschaft zugute. Im laufenden Jahr seien erneut Investitionen in dieser Höhe geplant.

Auch das Land Tirol dürfte für das Jahr 2017 wieder eine Ausschüttung erhalten. "Wir werden in der Hauptversammlung am 24. Mai eine Dividende in Höhe von 20,6 Mio. Euro vorschlagen", sagte Entstrasser. Der Mitarbeiterstand von 1.400 soll in etwa gleich bleiben, hieß es.

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Wie hoch die Teuerung ausfallen werde, könne derzeit nur schwer eingeschätzt werden, so der Tiwag-Chef. Er rechne aber mit einem Anstieg von bis zu zehn Prozent.

Die "deutliche Steigerung" beim Konzernergebnis zeige, dass der Landesenergieversorger auf dem richtigen Weg sei, betonte Eigentümervertreter LH Günther Platter (ÖVP). Das Ziel, Tirol 2050 energieautonom zu machen, müsse weiter mit "Nachdruck" verfolgt werden, so Platter.

Für die Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz rechnete Entstrasser noch 2018 mit der Entscheidung durch den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) in Wien. Die Bauvorhaben Erweiterung Kraftwerk Kirchbichl und Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) im Oberen Gericht befinden sich bereits in Bau. Nach Fertigstellung sollen beide Anlagen zusammen zusätzlich rund 470 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr erzeugen. (apa/red)