Personalia

Berndorf AG hat ab 2020 einen neuen Chef - den Kosmonauten Viehböck

Bei der niederösterreichischen Berndorf AG will Peter Pichler in zwei Jahren die Konzernleitung an seinen Kollegen Franz Viehböck übergeben. Sonja Zimmermann wird von ihrem Vater, Norbert Zimmermann, den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen.

Bei der niederösterreichischen Berndorf AG ist ein Wechsel an der Spitze geplant: Peter Pichler kündigte anlässlich von Jubiläumsfeiern an, den Vorstandsvorsitz 2020 an seinen Kollegen Franz Viehböck zu übergeben. Mehr zur Person Viehböck am Ende dieses Artikels.

Gleichzeitig wird Sonja Zimmermann laut Aussendung des Unternehmens von ihrem Vater, Mehrheitsaktionär Norbert Zimmermann, den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen.

Pichler werde vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechseln, hieß es auf Anfrage seitens des Unternehmens. Sein Nachfolger, der ehemalige Kosmonaut Viehböck, ist seit 2002 in der Unternehmensgruppe tätig und seit 2008 Vorstandsmitglied der Berndorf AG. Der 58-jährige technische Vorstand bildet derzeit mit Pichler und Finanzvorstand Dieter Müller das Führungstrio.

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Im September begeht das Unternehmen ein doppeltes Jubiläum, das am Berndorfer Werksgelände mit gut 1.400 der insgesamt mehr als 3.000 Beschäftigten weltweit gefeiert wurde. Vor 175 Jahren, am 16. September 1843, erfolgte der Spatenstich zur Errichtung der Berndorfer Besteckerzeugung.

Berndorf: Vor 30 Jahren privatisiert

Vor 30 Jahren wurde die Berndorf AG durch ein Management-Buy-Out privatisiert. Aus dem Besteckspezialisten wurde eine Gruppe mit rund 70 Unternehmen in mehr als 20 Ländern. "Entscheidend war, dass wir investitionsfreudig waren ohne unsere finanzielle Unabhängigkeit aufs Spiel setzen und uns immer langfristig engagierten. Keinen einzigen unserer sanierten Neuzugänge haben wir verkauft", sagte Pichler.

Zudem wurden in die Revitalisierung und den Ausbau der Produktion im Triestingtal von 2007 bis zum Vorjahr 50 Mio. Euro investiert. "Wir haben uns - bei allem Wandel - immer um Kontinuität und Vielfalt der Metallbearbeitung im Sinne der Berndorfer Industrietradition über Generationen bemüht", sagte Pichler.

Unterschiedliche Geschäftsbereiche

Von allen Geschäftsbereichen der Berndorf AG, die vor 30 Jahren 60 Mio. Euro Gesamtumsatz erzielten, sind heute mit Berndorf Band und Berndorf Bäderbau noch zwei aktiv. Dazu sind die Bereiche Wärmebehandlung (Aichelin), Formenbau (Hasco), Oberflächentechnik (Hueck-Rheinische), Umwelttechnik/Anlagenbau (Silica), Automotive (stoba) und Mechatronik (venturetec) als neue Geschäftsfelder gewachsen.

Diese Unternehmen erwirtschafteten 2017 nach Firmenangaben über 660 Mio. Euro Umsatz. Inklusive weiterer Minderheitsbeteiligungen der Berndorf AG steige der Jahresumsatz um weitere knapp 600 Mio. Euro auf das Zwanzigfache im Vergleich zu 1988.

Eine Gruppe junger Technologie-Unternehmen in Österreich und Deutschland steuert den Angaben zufolge rund 25 Mio. Euro zum jährlichen Gruppenumsatz bei. Dazu gehört die Firma Humai Technologies in Wien, die sich unter anderem mit künstlicher Intelligenz beschäftigt.

Franz Viehböck: Kosmonaut und erster "Austronaut"

Der studierte Elektrotechnicker Franz Viehböck war erster und bisher einziger Österreicher im Weltraum, deshalb wurde er von österreichischen Medien mit dem Spitznamen „Austronaut“ bedacht.

Viehböck absolvierte eine zweijährige Ausbildung im "Sternenstädtchen" bei Moskau und startete ab Oktober 1991 zusammen mit dem sowjetischen Kosmonauten Alexander Wolkow und dem ersten kasachischen Kosmonauten Toqtar Äubäkirow vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur zur Raumstation Mir, von wo er nach sieben Tagen zurückkehrte und wieder in Kasachstan landete.

Später war Viehböck für Rockwell International in den USA sowie für Boeing in Wien tätig. Seit drei Jahren sitzt Viehböck zudem im Aufsichtsrat des Aluminiumherstellers Amag.

(red mit apa)

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