Erdgas

Berlin: Über Nord Stream 2 wird in Europa entschieden - und nicht in USA

Die Kritik der USA an der neuen Gasröhre von Gazprom wird schärfer - der deutsche Außenminister Heiko Maas reagiert mit deutlichen Worten: Das werde in Europa entschieden und nicht in den USA.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas hat die schärfer werdende Kritik der US-Regierung an der Ostseepipeline Nord Stream 2 deutlich zurückgewiesen. "Fragen der europäischen Energiepolitik müssen in Europa entschieden werden, nicht in den USA", erklärte der SPD-Politiker laut einem im Voraus verbreiteten Redetext in Berlin.

Deutschland nehme Kritik ernst. Allerdings sei die Pipeline kein deutsch-russischer Sonderweg. Maas äußerte sich anlässlich des Neujahrsempfangs des Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft.

Sanktionen als Drohkulisse

Im Streit um das Projekt hatten die USA vor dem Jahreswechsel den Druck auf Deutschland erhöht und deutschen Unternehmen offen mit Strafmaßnahmen gedroht. "Unternehmen, die an Nord-Stream-Projekten mitarbeiten, laufen Gefahr, mit Sanktionen belegt zu werden", drohte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell.

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Nord Stream 2 soll Gas über die Ostsee direkt von Russland nach Deutschland bringen. Mehrere deutsche Unternehmen und die österreichische OMV sind an der Pipeline beteiligt.

Die USA und die Ukraine, aber auch einige östliche EU-Staaten wie Polen wollen es stoppen. Sie argumentieren auch damit, dass Russland mit der Pipeline bisherige Transportwege - wie über die Ukraine - umgehen könne. (dpa/apa/red)

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