Erdgas

Berlin hält an der Gasröhre Nord Stream 2 fest

Wirtschaftsminister Peter Altmaier verteidigt die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2, an der die OMV beteiligt ist. Damit weist Altmaier auch die Kritik der USA zurück. Die Interessen der Ukraine werde man "ganz sicher berücksichtigen".

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will an der umstrittenen deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 festhalten. "Das Projekt Nord Stream 2 ist in erster Linie ein Gas-Pipeline-Projekt von Unternehmen, die bereits Genehmigungen mehrerer Länder, auch Deutschlands, erhalten haben", sagte Altmaier der Zeitung "Bild".

"Die Genehmigungen erteilen in Deutschland die zuständigen Behörden, nicht die Bundesregierung," sagte Altmaier. In der US-Regierung hatte sich zuletzt wachsender Widerstand gegen die geplante Gaspipeline abgezeichnet.

Durch die gut 1.200 Kilometer lange Leitung Nord Stream 2 soll russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland gepumpt werden. An der Finanzierung sind der deutsche Energiekonzern Uniper, die BASF-Tochter Wintershall und die österreichische OMV beteiligt.

Das Projekt im Überblick:
OMV-Projekt mit Sprengkraft: 4 wichtigste Fragen zu Nord Stream 2 >>

Auch LNG-Terminals geplant

Altmaier sagte aber zu, die deutsche Regierung werde "ganz sicher auch die Interessen der Ukraine berücksichtigen". Mehr dazu: Merkel: Ukraine soll Transitland für Erdgas bleiben >>

Außerdem sollten Deutschland und Europa "eine Infrastruktur von Flüssiggas-Terminals schaffen, damit einseitige Abhängigkeiten vermieden werden."

Auf die Frage, ob Russlands Unterstützung für Syriens Machthaber Assad seine Haltung zu Nord Stream 2 verändere, antwortete Altmaier: "Beide Dinge sollte man nicht vermischen. Wir haben stets deutlich gemacht, dass Russland eine Hauptverantwortung für die Lage in Syrien und der Ukraine trägt. Das bedeutet aber nicht, dass wir neue Krisenherde vor der Haustüre schaffen. Russische Gasimporte hat es auch zur Zeit des Kalten Krieges gegeben, und sie waren zu jeder Zeit sicher." (reuters/apa/red)