Bericht: Zu viel giftiges Cadmium im Ladegerät des "Streetscooter"

Der zur Deutschen Post gehörende Elektroautobauer Streetscooter wirbt mit einer vermeintlich sauberen Mobilität - bekommt jetzt aber selbst große Probleme mit giftigem Schwermetall in einem Bauteil.

Der zur Deutschen Post gehörende E-Mobil-Hersteller Streetscooter wirbt mit sauberer Mobilität, hat nun aber laut einem "Spiegel"-Bericht selbst Umweltprobleme. Dem Magazin zufolge stießen die Zulassungsbehörden auf ein Hochvoltladegerät, in dem das giftige Schwermetall Cadmium enthalten ist. Zuvor war demnach bereits ein Bauteil mit hohem Bleigehalt entdeckt worden.

Die gemessene Cadmium-Konzentration ist dem Magazin zufolge so hoch, dass eine normale Typgenehmigung für den Streetscooter nicht möglich sei. Ein Sprecher der Deutschen Post sagte dazu allerdings dem "Spiegel", man halte sich beim Streetscooter an "die gesetzlichen Anforderungen".

Das gleiche Bauteil wie bei Volkswagen

Bei dem nun beanstandeten Gerät soll es sich laut "Spiegel" um das gleiche Bauteil handeln, das auch in 124.000 VW-Elektrofahrzeugen verbaut ist. Dem Konzern droht wegen des Problems mit dem Ladegerät eines Zulieferers, auf das VW selbst Ende Juli hingewiesen hatte, ein amtlicher Rückruf durch das Kraftfahrtbundesamt. Aktuell dazu: VW-Zulieferer verbauen Cadmium: Riesiger Rückruf droht >>

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Post hat große Pläne mit dem Streetscooter

Die Elektrotransporter des 2010 gegründeten Unternehmens Streetscooter sollen mittelfristig einen großen Teil der bisherigen Diesel-Flotte der Deutschen Post in der Brief- und Paketzustellung ersetzen. Mehr als 5.000 Fahrzeuge sind bereits im Einsatz. Inzwischen bietet die Post Streetscooter-Transporter auch anderen Unternehmen im In- und Ausland zum Kauf an. Die Produktion soll künftig auf bis zu 20.000 Fahrzeuge pro Jahr anwachsen. Ende Mai war ein zweites Werk im nordrhein-westfälischen Düren eröffnet worden.

Giftiges Schwermetall Cadmium

Cadmium kann Krebs auslösen. Bei VW wurden die Ladegeräte nach Unternehmensangaben seit 2013 in batterieelektrischen sowie in Hybrid-Fahrzeugen der Marken Volkswagen, Audi und Porsche verbaut. Sie wurden bei Neufahrzeugen inzwischen durch Ladegeräte eines anderen Zulieferers ersetzt. (afp/apa/red)

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