Digitalisierung

Bericht: Hacker dringen zum letzten Schalter von Stromersorgern vor

Offenbar konnten Angreifer aus Russland über digitale Netze in die Kontrollräume amerikanischer Stromversorger eindringen. "Sie sind zu dem Punkt gekommen, an dem sie die Schalter umlegen konnten", so Behörden der USA. Es seien "hunderte" Stromproduzenten betroffen.

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Russischen Hackern soll es laut einem Medienbericht gelungen sein, sich Zugang zu den Kontrollräumen von mehreren amerikanischen Stromversorgen zu verschaffen. Die Hacker seien zunächst in die Netzwerke von Drittfirmen eingedrungen und hätten sich auf diesem Weg Zugang zu den Systemen der Versorger verschafft, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf das Heimatschutzministerium.

"Sie sind zu dem Punkt gekommen, an dem sie die Schalter umgelegt" und Stromflüsse hätten unterbrechen können, zitierte die Zeitung Jonathan Homer, der im Ministerium für industrielle Kontrollsysteme zuständig ist. Die Hacker arbeiteten dem Bericht zufolge für eine staatlich finanzierte Gruppe, die unter den Namen "Dragonfly" und "Energetic Bear" fungieren soll. Das Heimatschutzministerium sprach demnach von "hunderten Opfern", nannte aber keine Namen.

Zugänge von Drittfirmen ausgenutzt

Die Hacker hätten Phishing-E-Mails verschickt, um sich Zugang zu Drittfirmen mit weniger gut gesicherten Netzwerken zu verschaffen, hieß es in dem Bericht. Sobald sie einmal in diesen Netzen gewesen seien, hätten sie sich auf ihr eigentliches Ziel konzentriert, die Stromversorger. In vielen Fällen sei es relativ einfach gewesen, Anmeldeinformationen von Anbietern zu stehlen und so direkten Zugriff auf Versorgungsnetze zu bekommen.

White Paper zum Thema

Die US-Regierung hatte Russland im März öffentlich beschuldigt, hinter Cyberangriffen auf Energieversorger zu stehen. Der Kreml wies das zurück. Zuletzt hat US-Präsident Trump bei seinem Treffen mit Russlands Staatschef Putin die Vorwürfe relativiert, was in den USA auf breite Kritik gestoßen ist.

Der nationale Geheimdienstkoordinator der USA, Dan Coats, sprach erst vor wenigen Tagen davon, dass er die Gefahr von Hackerangriffen auf die amerikanische Infrastruktur keineswegs gebannt sieht. Russland, China, der Iran und Nordkorea seien dabei die "schlimmsten Übeltäter", wobei Moskau am aggressivsten vorgehe, erklärte er. (dpa/apa/red)