Rohstoffe

Bergbauriese Glencore produziert weniger Kupfer und Kohle

Der Schweizer Rohstoff- und Minenkonzern Glencore produzierte im Vorjahr deutlich weniger Kupfer, Kohle und Nickel. Grund sind Preisrückgänge bei Rohstoffen und die Schließung eines Werks in Südafrika.

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Der Schweizer Rohstoff- und Minenkonzern Glencore hat im Geschäftsjahr 2015 die Produktion von Kupfer, Kohle und Nickel zurückgefahren. Dem Konzern machen die tiefen Rohstoffkosten zu schaffen, weshalb er weniger produzieren und seine Schulden abbauen will.

Die Kupferproduktion von Glencore ging gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 1,5 Millionen Tonnen zurück. Dieser Rückgang spiegle die Aussetzung der Verarbeitungsaktivitäten in Katanga und eine deutliche Produktionsdrosselung bei Mopani, teilt das Unternehmen mit.

Die Kohleproduktion nahm um 10 Prozent auf 131,5 Mio. Tonnen ab. Grund dafür waren vor allem die Produktionskürzung als Reaktion auf die niedrigen Preise sowie die Einstellung des Betriebs des südafrikanischen Werks Optimum Coal. Rückläufig war auch die Nickelproduktion, nämlich um 5 Prozent.

Bergbauriese fördert mehr Zink

Angezogen hat dagegen die Zink-Produktion, wo 1,44 Mio. Tonnen und damit 4 Prozent mehr als im Vorjahr gefördert worden waren. Insbesondere die australischen Betriebe hatten ihre Produktion gesteigert. Aber auch hier möchte Glencore die Produktion eigentlich zurückfahren. Zu Jahresende setzte der Konzern diesen Plan schließlich in die Tat um: Im vierten Quartal sank die Zinkproduktion gegenüber dem Vorquartal um einen Fünftel. Die Produktion von eigenem Erdöl legte um 44 Prozent auf 10,6 Mio. Fass zu.

Der Konzern arbeitet weiter am Abbau seiner Verschuldung. Am Mittwoch hatte Glencore den Abschluss einer Vereinbarung mit der ebenfalls in der Rohstoffförderung tätigen Franco-Nevada Corporation abgeschlossen. Die Glencore-Tochter Narila wird demnach in der peruanischen Kupfer-Mine Antapaccay als Nebenprodukt gefördertes Gold und Silber an Franco-Nevada liefern.

Schuldenabbau soll weitergehen

Im Rahmen der Vereinbarung leiste Franco-Nevada eine Vorauszahlung von 500 Mio. US-Dollar (444,2 Mio. Euro), hieß es weiter. Dann bezahle Franco-Nevada für die Lieferung jeder Unze Silber und Gold 20 Prozent des Spot-Preises. 30 Prozent werden es, wenn die Lieferungen 750.000 Unzen Gold und 12,8 Mio. Unzen Silber erreicht haben. Der Spot-Preis ist der Preis für heute gehandeltes Gold oder Silber, im Gegensatz zum Terminpreis. Beim Termingeschäft wird ein Handel zu einem späteren Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis vereinbart.

Glencore hatte Anfang November den Schuldenabbau bekanntgegeben und nannte als Ziel eine Verschuldung im "tiefen 20-Milliarden-Dollar-Bereich" bis Ende 2016. Neu soll die Verschuldung bis zum genannten Zeitpunkt auf 18 bis 19 Mrd. Dollar (16 bis 17 Mrd. Euro) sinken. Die Liquidität des Unternehmen liege aktuell bei mehr als 14 Mrd. Dollar. (APA/sda/awp)