Air Cargo

"Bekannter Versender": Luftfracht-Validierung floppt

Unternehmen, die Ware per Luftfracht versenden wollen, können ab April die strikten Security-Checks durch eine Zertifizierung als „Bekannter Versender“ vereinfachen. Doch die Umsetzung in Österreich – als Validierungsstelle wurde ausgerechnet die Tochter eines Speditionsunternehmens auserkoren – lässt Datenschutzbedenken in der Industrie aufkommen. Bislang soll die Anzahl der validierten Unternehmen im zweistelligen Bereich sein. Was jetzt auf die Industrie zukommt. Von Bernhard Fragner

Logistik Wolfram Senger-Weiss Transportlogistik Top 1000 Manager

Wolfram Senger-Weiss ringt nach Worten. „Letztlich ist es unbegreiflich. Ich weiß auch nicht, wie es zu dieser unglücklichen Lösung kommen konnte“, sagt der Präsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik.
 
Was den Mann so ratlos macht: Die Validierung zum Bekannten Versender. Unternehmen, die Ware per Luftfracht versenden und bis 28. April nicht validiert sind, müssen den langwierigeren und vor allem teureren Weg gehen und alle Sendungen einer Kontrolle am Flughafen unterziehen.

Ein Beispiel dafür, wie eine von allen Beteiligten begrüßte Idee eine Branche entzweien kann. Dass nämlich nur eine Validierungsstelle in Besitz der begehrten Prüfzulassung ist, kann Senger- Weiss nicht fassen. Seine bittere Erkenntnis: „Wie wenig ernst das Thema seitens des Ministeriums genommen wird.“ 

Das Ende einer Übergangslösung
 
Der Schock von Nine-Eleven führte auch im Cargo-Bereich zu Veränderungen. Die EU-Verordnung 185/2010 definiert, immerhin ein knappes Jahrzehnt nach der Katastrophe, den „Bekannten Versender“ („known consignor“): So dürfen sich Unternehmen nennen, die hohe Sicherheitsstandards erfüllen und für Frachtgut eine geschlossene Sicherheitskette vom Produzenten bis zur Airline nachweisen können. Und die sich entsprechend validieren lassen.
 
Teil 2: Seltsame Entscheidung des Ministeriums