Überblick

Bayer: Massive Verschiebungen beim 155 Jahre alten Chemieriesen

Der 1863 gegründete Konzern hat die Geschichte der chemischen Industrie mitgeschrieben - auch mit Standorten in Österreich. Doch mit der Megaübernahme der umstrittenen Firma Monsanto verschieben sich die Gleichgewichte. Hier die Eckdaten.

Der 1863 gegründete Bayer-Konzern ist eines der traditionsreichsten deutschen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 35 Milliarden Euro im Jahr 2017. Nach eigenen Angaben arbeiten weltweit knapp 118.200 Menschen für den Konzern - 230 davon in Österreich. Jetzt werden rund 12.000 Arbeitsplätze gestrichen. 

Nun ist eine riesige Kündigungswelle geplant:
Bayer streicht 12.000 Arbeitsplätze - vor allem in Deutschland >>

In Zukunft nur Agrarchemie und Pharma

Lange vereinte Bayer unter seinem Dach die Bereiche Chemie, Gesundheit und Pflanzenschutz. Doch der börsennotierte Konzern aus Leverkusen treibt den Umbau zu einem reinen Life-Science-Unternehmen voran. Die Trennung von der Kunststofftochter Covestro 2015 diente diesem Ziel und ebenso die 63-Milliarden-Dollar teure Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto in diesem Jahr. Damit stieg Bayer zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemie-Markt auf.

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Eine nicht ungefährliche Megaübernahme

Konzernintern verschiebt die Integration von Monsanto die bisherigen Gleichgewichte: Die Agrar- und Saatgut-Sparte wächst auf etwa die Größe des Pharmageschäfts und soll künftig rund die Hälfte zum Umsatz beitragen. Die verbleibende Hälfte entfiele dann neben dem Pharmageschäft auf die Gesundheitssparte (rezeptfreie Arzneien) sowie auf das Geschäft mit Tiermedizin ("Animal Health"), von dem sich Bayer aber nun trennen will.

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Pharmabereich läuft gut

Im Pharmageschäft profitierte der Konzern zuletzt weiter von den Erfolgen einer ganzen Reihe Medikamente wie dem Blutgerinnungshemmer Xarelto oder dem Augenmedikament Eylea. Im Geschäftsjahr 2017 erzielte der Bayer-Konzern unterm Strich einen Gewinn von rund 7,3 Mrd. Euro - nach 4,5 Mrd. im Jahr zuvor.

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(dpa/apa/red)

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