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Bayer hat US-Verfahren um Chemikalie PCB verloren

Bayer hat im US-Rechtsstreit über die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB eine Niederlage erlitten.

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Eine Geschworenen-Jury sprach in der Nacht auf Mittwoch in Seattle drei Lehrern Schadenersatz in Höhe von insgesamt 185 Millionen US-Dollar (157 Mio. Euro) zu, die das Umweltgift für Hirnschädigungen verantwortlich machen.

Wie bei anderen Rechtsfällen könnte der zuständige Richter die Summe noch senken. Bayer will gegen die Entscheidung vorgehen. "Wir können das Urteil der Jury nicht nachvollziehen und werden bei Gericht entsprechende Anträge stellen beziehungsweise wenn nötig in Berufung gehen", erklärte das Unternehmen. "Die Beweislage in diesem Fall stützt in keiner Weise die Annahme, dass die Kläger einer gefährlichen Menge an PCB ausgesetzt waren und dies die Ursache ihrer behaupteten Gesundheitsschäden war." Es gehe in dem Fall um Gesundheitsschäden, die angeblich durch PCB an einer Schule verursacht sein sollen. Die Vorschaltgeräte für die fluoreszierenden Lampen, die PCB enthalten, seien in den 60er-Jahren installiert worden.

Wie auch die milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat sind die PCB-Verfahren ein Erbe des US-Saatgutkonzerns Monsanto, den Bayer 2018 übernommen hatte. Wie Glyphosat ist das Thema PCB eine rechtliche Großbaustelle der Leverkusener. So arbeitet Bayer an einer Einigung mit Klägern vor dem Bundesbezirksgericht in Los Angeles. Hier hatte der Richter im Mai eine Einigung wegen angeblich PCB-verseuchter Gewässer erneut zurückgewiesen. Er monierte unter anderem die Frist für die Einreichung von Ansprüchen, sagte aber auch, dass man sich einer Lösung nähere.

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In den PCB-Verfahren wird Monsanto vorgeworfen, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden in den USA 1979 verboten. In Deutschland dürfen sie seit Ende der 80er Jahre nicht mehr verwendet werden. (apa/red)