Konjunktur

Bauzulieferer deutlich vor Industriezulieferern: Keramik- und Steinindustrie mit deutlichem Plus

Laut einer Umfrage unter den über 300 Mitgliedsunternehmen des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie stiegen die Umsätze in dieser Branche im ersten Halbjahr 2018 um 3,0 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 1,75 Mrd. Euro. Im Jahr 2017 lag das Umsatzwachstum bei 3,6 Prozent.

Stein- und keramische Industrie Konjunktur Andreas Pfeiler

Aus der Umfrage geht hervor, dass das Umsatzplus stark getragen sei von den bauaffinen Branchen (Beton- und -fertigteile, Transportbeton, Zement, Putz-Mörtel, Sand-Kies, Schotter). Diese verzeichneten im ersten Halbjahr 2018 ein Umsatzplus von 4,1 Prozent. Die Industriezulieferer (Feinkeramik, Feuerfest, Schleifmittel) hingegen verbuchten leichte Umsatzrückgänge von 0,75 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten ist laut Umfrage im Vorjahresvergleich mit 14.614 leicht rückläufig mit minus 0,33 Prozent. Der Hauptgrund für diesen Rückgang sei die Schließung des Österreich-Standorts des Keramikisolatoren-Herstellers PPC Insulators, sagte Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbands Steine-Keramik der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die größten Zuwächse erzielte die Feuerfestindustrie mit plus 13,3 Prozent auf 94,9 Mio. Euro. Die größten Umsatzrückgänge verzeichnete die Naturwerksteinindustrie mit minus 18,9 Prozent auf 6,8 Mio. Euro.

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Der Bereich Infrastrukturbau sorge unter anderem mit den großen Tunnelbauprojekten entlang der Hauptverkehrsadern für eine gute Auslastung der Unternehmen, so der Fachverband in einer Aussendung. Dennoch bestehe vor allem auf Landesstraßenebene in ländlichen Regionen aufgrund geringer Straßenneubauaktivitäten enormer Aufholbedarf.

Während insbesondere der gewerbliche Hochbau und der Wohnbau im urbanen Bereich für eine gute Auslastung der Unternehmen sorge, sei die Entwicklung im Bereich Einfamilienhausbau schlecht. Auch die Sanierung stagniere auf niedrigem Niveau. "Für das Gesamtjahr sind wir optimistisch, wenngleich der Schwung aus dem 1. Halbjahr in der 2. Jahreshälfte bereits spürbar abnimmt", so Pfeiler.