Chemische Industrie

BASF: Ehemaliger Chef des Vorstandschef leitet den Aufsichtsrat

Der ehemalige BASF-Vorstandschef Kurt Bock wird Aufsichtsratsvorsitzender des Chemiekonzerns. Kritiker sehen in der Entscheidung eine zu geringe Unabhängigkeit im Aufsichtsrat gegeben.

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Der ehemalige BASF-Vorstandschef Kurt Bock wird Aufsichtsratsvorsitzender des Chemiekonzerns. Allerdings erhielt er auf der Hauptversammlung am Donnerstag nur 67,29 Prozent der abgegebenen Stimmen. Üblich sind in Deutschland Zustimmungsraten von 95 Prozent und mehr. Bock war 2011 bis 2018 BASF-Chef und 2003 bis 2011 Finanzvorstand und folgt auf den Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Hambrecht.

Vor der Hauptversammlung war Kritik an der geplanten Wahl Bocks laut geworden. Die Fondsgesellschaft Union Investment hatte erklärt, sie werde dagegen stimmen. Im Fall seiner Wahl sah sie keine ausreichende Unabhängigkeit im Aufsichtsrat gegeben. Ähnlich hatte sich die deutsche Tochter des Stimmrechtsberaters Glass Lewis, Ivox, geäußert, die die Wahl als "sehr kritisch" ansah. Glass Lewis, der größte US-Aktionärsberater ISS sowie die Fondshäuser DWS und Deka hatten sich allerdings für Bock ausgesprochen. (reuters/apa/red)