Chemische Industrie

BASF bekommt grünes Licht für Übernahme in Belgien

Der weltgrößte Chemiekonzern darf unter Auflagen die Sparte für Nylon des belgischen Herstellers Solvay übernehmen. BASF zahlt 1,6 Milliarden Euro dafür.

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BASF hat grünes Licht aus Brüssel für die Übernahme des weltweiten Nylongeschäfts der belgischen Solvay-Gruppe. Der Zusammenschluss sei unter Auflagen genehmigt, teilte die EU-Kommission mit. Zusagen der beiden Unternehmen hätten wettbewerbsrechtliche Bedenken ausgeräumt.

Der deutsche Mischkonzern BASF hatte die Übernahme im Wert von 1,6 Milliarden Euro im Mai 2018 bei der EU-Kommission angemeldet. Diese hatte jedoch die Befürchtung, dass die Fusion zu höheren Preisen in der Nylon-Produktionskette führen könnte. Das Material wird vielfältig verwendet, auch für Kleidung, Sportschuhe oder Teppiche. Die Brüsseler Wettbewerbshüter nahmen das Geschäft deshalb intensiver unter die Lupe.

"Wir haben beschlossen, die Schaffung eines bedeutenden europäischen Akteurs auf diesem Markt zu genehmigen, weil die von BASF und Solvay angebotenen Verpflichtungen gewährleisten, dass der Zusammenschluss nicht zu höheren Preisen oder zu einer geringeren Auswahl für die europäischen Unternehmen und letztlich auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher führen wird", erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager jetzt.

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Im Zuge des Prüfverfahrens versprachen die Unternehmen unter anderem den Verkauf von Produktionsanlagen in Frankreich, Polen und Spanien an einen geeigneten Käufer. Zudem wollen sie mit diesem künftigen Konkurrenten ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Adipinsäure gründen. Langfristige Lieferverträge sollen den Bedarf des Industrieprodukts Adiponitril bei den veräußerten Unternehmensteilen sichern. (dpa/apa/red)

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