Finanzwirtschaft

Bank Austria profitiert von bulgarischer Bankenkrise

"Wir haben bei den Einlagen Zuflüsse im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gehabt", gibt Bank Austria-Chef Willibald Cernko zu.

Willibald Cernko Bank Austria

Die Bank Austria hat von der jüngsten Bankenkrise in Bulgarien profitiert. "Wir haben bei den Einlagen Zuflüsse im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gehabt", sagte Bank Austria-Chef Willibald Cernko am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Cernko sieht die Zuflüsse darin begründet, dass das Vertrauen in die Bank Austria größer sei.

Die Bank Austria ist in der UniCredit-Gruppe für Osteuropa zuständig. Die bulgarische Tochterbank ist die Nummer eins am dortigen Markt.

Ende Juni hatten gezielt gestreute Gerüchte in Bulgarien für eine Panik unter Bankkunden gesorgt. Umgerechnet mehr als 400 Mio. Euro wurden laut Berichten von einer der betroffenen Banken, der Fibank, abgehoben. Durch eine rasche Reaktion der EU, Bulgarien eine Staatshilfe von 3,3 Mrd. Lewa (1,7 Mrd. Euro) zu erlauben, konnte das Bankensystem wieder stabilisiert werden.

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Falsche Nachrichten über SMS

Die Menschen waren mit falschen Nachrichten über Mail oder SMS verunsichert worden. Zwei Investmentvermittler hatten ihnen mitgeteilt, dass es in Bulgarien ebenso wie bereits 1996 - 1997 zu einer neuen Bankenkrise kommen werde. Gegen die Männer wird inzwischen ermittelt. Auch bei der viertgrößten Bank, der Corporate Commercial Bank (Corpbank, KTB), die erst kurz zuvor unter Aufsicht gestellt worden war, hatte es einen Kundenansturm gegeben, allerdings als Folge von Medienberichten über einen undurchsichtigen innenpolitischen Machtkampf.

Die Gespräche über den geplanten Verkauf der Ukraine-Tochter seien in der Zwischenzeit wieder aufgenommen worden, so Cernko weiter. "Die Gespräche sind alles andere als einfach", so der Banker angesichts der anhaltenden Krise im osteuropäischen Land. (apa/pm)

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