Konjunktur

Bank Austria erwartet für 2020 eine Flaute bei der Konjunktur

Die Wirtschaftsabschwächung wird sich nach Einschätzung der Bank Austria heuer fortsetzen. Sogar die Arbeitslosenquote dürfte leicht ansteigen. 2021 erwarten die Ökonomen eine leichte Erholung.

Die Wirtschaftsabschwächung wird sich nach Einschätzung der Bank Austria heuer fortsetzen. Sogar die Arbeitslosenquote dürfte leicht ansteigen. 2021 erwarten die Ökonomen eine leichte Erholung.

"Mit einem Anstieg des BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 1 Prozent wird das Jahr 2020 nach unserer Einschätzung den Tiefpunkt des laufenden Konjunkturzyklus markieren. Erst gegen Jahresende 2020 dürfte in Österreich über die Weltwirtschaft eine Konjunkturwende einsetzen, die im Jahr 2021 eine moderate Erholung mit einer leichten Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,3 Prozent in Sicht bringt", teilte Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl mit.

Die Arbeitslosenquote wird sich der Prognose zufolge dieses Jahr leicht von 7,4 Prozent im Jahresschnitt 2019 auf 7,5 Prozent erhöhen. Auch für 2021 prognostiziert die Bank Austria eine Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent. Im Jahresverlauf 2019 hat sich der seit Jahren anhaltende Verbesserungstrend am Arbeitsmarkt verlangsamt. Das Beschäftigungswachstum hat sich mittlerweile auf 1 Prozent im Jahresvergleich halbiert.

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Der Konjunkturindikator der UniCredit-Tochter Bank Austria stagnierte im Dezember 2019 bei 1,4 Punkten und lag damit wie im November auf einem Vierjahrestief. Seit etwa einem halben Jahr hat sich die heimische Wirtschaftslage kaum verändert. Im vierten Quartal 2019 dürfte sich das Wachstum weiter auf rund 1 Prozent im Jahresvergleich verlangsamt haben. "Nach noch durchschnittlich 1,8 Prozent in den ersten drei Quarteln ergibt sich im Jahresdurchschnitt 2019 ein geschätzter BIP-Anstieg von 1,5 Prozent. Damit hat das abgelaufene Jahr die geringste Wachstumsdynamik seit 2015 aufgewiesen", erklärte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer. 2018 war die Wirtschaft noch um 2,4 Prozent gewachsen.

Zum Jahreswechsel war aber schon wieder etwas Licht am Horizont zu sehen. Die Industrie blickte im Dezember, dank ein bisschen weniger Brexit-Unsicherheit und Entspannung im Handelsstreit zwischen China und USA, etwas weniger pessimistisch in die Zukunft. Die Konsumenten waren angesichts der weiterhin günstigen Lage am Arbeitsmarkt ein wenig optimistischer. Die Dienstleister sind hingegen weiter schlechter Stimmung, das Barometer ist mittlerweile sogar etwas unter den langjährigen Durchschnittswert gesunken.

Die Inflationsrate betrug 2019 im Jahresschnitt laut Bank-Austria-Schätzung 1,5 Prozent, das war die niedrigste Teuerung der vergangenen drei Jahre. 2020 dürften der moderate, im Jahresvergleich rund 10 Prozent niedriger prognostizierte Ölpreis sowie das geringe Wirtschaftswachstum die Inflation weiter dämpfen. Die Bank Austria rechnet für heuer erneut mit einer Teuerung von 1,5 Prozent, 2021 soll sie auf 1,8 Prozent ansteigen. (apa/red)

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