Bahnbau

Bahnverbindung nach Bratislava: Wiener Teilstück fertig

Der Wiener Teilabschnitt einer schnelleren Zugverbindung zwischen der österreichischen Hauptstadt und Bratislava ist eröffnet. Die ÖBB bezahlten mehr als eine halbe Milliarde Euro dafür.

Wien und Bratislava sollen näher zusammenrücken: Vor wenigen Tagen ist der Wiener Teilabschnitt einer neuen, schnelleren Zugverbindung zwischen den beiden EU-Hauptstädten eröffnet worden. Rund 540 Mio. ließen sich die ÖBB den 4,5 Kilometer langen Ausbau kosten, bis 2023 sollen die Arbeiten an der gesamten Strecke beendet sein.

Ausgaben von 540 Millionen Euro

"Vor 200 Jahren haben sich Europäer hier gegenseitig getötet", sagte Jörg Wojan, der Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich, und verwies damit auf die Schlacht bei Aspern zwischen Frankreich und Österreich im Jahr 1809. Diese Zeiten sind vorbei, denn mithilfe eines Kredits der Europäischen Investitionsbank wird derzeit ein Eisenbahnprojekt finanziert, das zu einer schnelleren Verbindung zwischen Wien und Bratislava führt. Am Ende soll die derzeitige Fahrtzeit von 66 Minuten auf 40 Minuten reduziert werden. "Heute wird die neue Bahnstrecke Europa verbinden", erklärte Wojan bei der Inbetriebnahme des Wiener Teilabschnitts.

Spatenstich vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren erfolgte der Spatenstich für den Bau der 4,5 Kilometer langen Strecke der Marchegger Ostbahn, die nun zwischen den Haltestellen Wien Erzherzog-Karl-Straße und Wien Aspern Nord zweigleisig und elektrifiziert unterwegs ist.

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Mit dem Ausbau wird für die Bewohner von Aspern eine Verbindung zur Schnellbahnlinie S80 geschaffen, mit der sie "in kürzester Zeit" zum Hauptbahnhof gelangen, sagte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Eröffnung. An Werktagen wird die S80 mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 halbstündlich am neuen Bahnhof Wien Aspern Nord abfahren. Im Zuge des Projektes wurde auch die in die Jahre gekommene Haltestelle Hirschstetten modernisiert und mit Unterführungen ausgestattet.

Die Marchegger Ostbahn bildet seit ihrer Eröffnung im Jahr 1870 die Verbindung zwischen der österreichischen und der slowakischen Hauptstadt. Für die Bahn brechen nun neue Zeiten an, denn bisher wurde sie mit Dieselantrieb geführt. Mit dem Streckenausbau wird die gesamte Ostbahn nun durch Elektrifizierung und Zweigleisigkeit in die Gegenwart geholt. Der nächste Abschnitt, der bearbeitet wird, wird zwischen den Bahnhöfen Siebenbrunn-Leopoldsdorf und Schönfeld-Lassee sein. (apa/red)

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