Interview

B&C-Chef Edelmann: "Wir sind kein Abnickverein"

Der Kampf der B&C-Holding mit Michael Tojner ist geschlagen. Nun spricht der neue Chef der Beteiligungsholding von AMAG, Semperit und Lenzing, Peter Edelmann, mit INDUSTRIEMAGAZIN darüber, wie er die Arbeitsteilung mit seinen Industrievorständen gestaltet – und warum Industriekäufe weitaus komplizierter sind, wenn man die Unternehmen nicht weiterveräußern will.

Zur Person Peter Edelmann

Der 1959 in Beirut geborene Edelmann war 22 Jahre beim Maschinenbaukonzern Voith AG, davon acht Jahre im Vorstand und Vorsitzender der GF Antriebstechnik. Nach seinem Abgang 2012 – der Voith-Konzern wurde umgebaut – spezialisierte sich Edelmann mit einer eigenen Unternehmensberatung auf Aufsichts- und Beiratsmandate. Von 2016 - 2018 wechselte er interimistisch als CEO ins Management des Industriediensleisters Kaefer Isoliertechnik.

Das Ringen um Anteile an der mächtigen Industrieholding B&C Privatstiftung mit dem umstrittenen Investor Michael Tojner ist entschieden: Die Stiftung kauft der italienischen Unicredit die Letztbegünstigtenrechte einfach selbst ab. Letztbegünstigte ist nun eine Stiftung rund um Norbert und Sonja Zimmermann.

INDUSTRIEMAGAZIN hat nun auch den neuen Chef der Holding, Peter Edelmann, zum Interview getroffen.

Sie sind Aufsichtsratsvorsitzender bei Semperit und Lenzing und stellvertretender Aufsichtsratschef der AMAG. Wie muss man sich die Aufgabenteilung zwischen Ihnen und Ihren Vorständen vorstellen? 

White Paper zum Thema

Peter Edelmann Das grobe Prinzip lautet: Der Unternehmens-Vorstand erarbeitet, schlägt vor und verantwortet, der Aufsichtsrat prüft, kontrolliert, berät und entscheidet. Wir sind kein Abnick-Verein. 

Wie wichtig ist es Ihnen, selbst an den Schalthebeln zu sitzen?

Edelmann Es war und ist mir wichtig, zu gestalten und einen Beitrag von Wert zu leisten. Früher unmittelbar als Manager, heute mittelbar als Aufsichtsrat. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Unternehmen gleichermaßen auf lange Sicht erfolgreich sind und wandlungsfähig bleiben. 

Die Beteiligungen der B&C Holding werden nach knallharten betriebswirtschaftlichen Prinzipien geführt... 

Edelmann Natürlich. Die B&C ist kein Kaffeekränzchen. Was die Stiftung von anderen Unternehmen unterscheidet, ist, dass sie denkt und wirtschaftet wie ein Familienunternehmen, nur eben ohne Familie. Ich habe immer in eigentümergeführten Unternehmen gearbeitet, die über die nächste Bilanz hinausgedacht haben. In Deutschland nennt man dies „enkelfähig“. Das Unternehmen soll der nächsten Generation in einem besseren Zustand übergeben werden, als man es selbst übernommen hat. 

Stichwort Semperit: Die B&C hat den Stiftungszweck, die österreichische Industrie zu fördern und nicht zu schließen - stehen trotzdem heimische Standorte am Prüfstand?

Edelmann Lassen Sie es mich so sagen: Wenn eine Produktion betriebswirtschaftlich auf lange Sicht keinen Sinn macht, dann muss uns was einfallen. Ich sage jetzt dezidiert nicht: zusperren. Aber unser Stiftungszweck schützt keinen Standort, wenn es zu Unproduktivität, unökonomischem Handeln oder Gefährdung des großen Ganzen kommt. Auf keinen Fall würden wir ein Unternehmen in Gefahr bringen, um einen kleinen Teil zu retten. 

>> Lesen Sie das ganze Interview hier - als INDUSTRIEMAGAZIN-AbonnentIn ist es frei zugänglich. 

>> Lesen Sie auch das Portrait von B&C-Geschäftsführerin Mariella Schurz: „Warum gehen so viele Frauen verloren?“

Verwandte tecfindr-Einträge