Powertrain-Hersteller

AVL rückt Marktentwicklungen in China in den Mittelpunkt

Immer strengere Abgasgrenzen, weniger Verbrauch und Hybridmotoren: Aktuelle Entwicklungen in China stehen im Mittelpunkt eines zwei Tage dauernden Veranstaltung des steirischen Antriebssystementwicklers AVL.

Der steirische Motoren- und Antriebssystementwickler AVL trägt dem Aufstieg Chinas zum größten globalen Kfz-Markt Rechnung und widmete eine zweitägige Tagung Entwicklungen aus und für China.

Konzernchef Helmut List sagte, die technische Weiterentwicklung werde in den Megacities auch durch Förderungen und Zulassungsbeschränkungen gelenkt: Dadurch sei China der Wachstumsmarkt für E-Mobilität und Hybridität.

Für 2015 werde ein Produktionsvolumen von rund 35 Mio. Pkw prognostiziert, sagte Helmut List am ersten Tagungstag vor rund 300 Tagungsteilnehmern aus 18 Ländern. Die vor allem in den Megacities und städtischen Agglomerationen dramatische Situation bei Abgasen und Schadstoffen zwinge das Land zu einer "anspruchsvollen Emissionsgesetzgebung". Deshalb könnte in China eine raschere Umstellung auf Hybrid- und Elektroautos erfolgen als in anderen Ländern.

Jun Li vom größten chinesischen Hersteller First Automotive Works (FAW) sprach in seinem Vortrag von Grenzen beim Marktzugang für Autos mit zu hohem Treibstoffverbrauch. Li skizzierte die immer schärfer werdenden Regularien bei den Emissionen und dem Treibstoffverbrauch: 2020 wird es bei Emissionen bereits den Standard China 6a geben, ab 2023 China b, mindestens so rigid wie die Abgasnormen der Euro 6.

Auch beim Treibstoffverbrauch setzt China in kurzen Schritten Regularien: 2020 sollen es höchstens 5 Liter pro 100 Kilometer sein, 2025 rund 4 Liter pro 100 Kilometer bei Pkw. Damit einhergehen müsse logischerweise die u.a. Effizienzsteigerung des Antriebsstrangs. Die Zeitfenster für die Entwicklung von z. B. fortgeschritteneren Verbrennungsmotoren seien nicht sehr groß.

Leichtelektrofahrzeuge (NEV, Neighborhood Electric Vehicles) könnten in absehbarer Zeit einen Anteil am Fahrzeugmarkt von 5 bis 10 Prozent haben. Hier hänge viel von der Verbesserung einzelner Komponenten ab, und auch von der Weiterentwicklung des Miller-Motors bei Hybriden. Höhere Marktanteile seien vorerst aufgrund der den Kunden nicht zumutbaren hohen Kosten eher unwahrscheinlich. Bei den Plug-in Hybriden untersuche man ein Konzept mit weniger Gängen.

Der größte Entwicklungstreiber ist laut Li in den nächsten Jahren jedenfalls der Kraftstoffverbrauch. Hier liege die Herausforderung in den Bereichen Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeuge vor allem in den Antriebssträngen.

Christian Chapelle von der PSA-Gruppe stellte u.a. einen Vergleich der Erwartungen von chinesischen und europäischen Autokunden an. Der durchschnittliche chinesische Autokäufer ist jung, männlich, hat einen hohen Bildungsgrad und erwirbt vorzugsweise Neuwagen.

Styling, Preis und Sonderausstattung spielten eine höherer Rolle bei der Kaufentscheidung als in Europa. Hier spielt Styling keine so große Rolle, dafür aber der ökologische Aspekt des Fahrzeugs. (apa/red)

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