Forschung

AVL List und TU Graz eröffnen ein neues Forschungszentrum

Forscher der TU Graz und Spezialisten des Testsystemanbieters AVL List eröffnen in Graz ein neues Entwicklungszentrum, das sich auf die Elektrifizierung von Getriebesystemen fokussieren wird. AVL steuert dazu Prüftechnik und Technologie im Wert von rund fünf Millionen Euro bei.

 Zur Erforschung neuartiger Antriebssysteme sind der Grazer Antriebsstrangentwickler und Testsystem-Spezialist AVL List GmbH und die TU Graz eine Forschungs-Partnerschaft eingegangen. Jetzt wurde das "AVL-TU Graz Transmission Center" am Gelände der TU Graz eröffnet. Die AVL stellt hochmoderne Prüftechnik und Testtechnologie im Wert von rund 5 Mio. Euro zur Verfügung, sagte Konzernchef Helmut List.

Kraftstoff- und CO2-Einsparung, aber auch die Elektrifizierung und Hybridisierung und der Weg Richtung teil- und vollautomatisiertes Fahren stellen hohe Anforderungen an die Getriebe- und Antriebsentwickler. Unterschiedlichste Systeme stehen im Wettbewerb zueinander, bringen Dynamik in die Entwicklung und machen auch die Entwicklung entsprechender Testsysteme für Komponenten und Systeme in Antriebsstrangentwicklung immer komplexer.

"Eine einzigartige Prüfstandinfrastruktur" auf dem Campus der TU Graz

"Von der Entwicklung anspruchsvoller Systemlösungen bis zur industriellen Umsetzung ist es ein langer Weg, den wir im Bereich der Elektrifizierung von Getriebesystemen ab jetzt in noch engerer Partnerschaft mit der TU Graz gehen", so AVL-Konzernchef List. So wolle man sicherstellen, dass das Unternehmen seine internationale Stellung in Forschung und Entwicklung weiter ausbaut.

White Paper zum Thema

Die Technische Universität Graz hat die Hülle für die "einzigartige Prüfstandinfrastruktur" am Campus der TU in der Inffeldgasse zur Verfügung gestellt, die organisatorisch dem Institut für Maschinenelemente und Entwicklungsmethodik zugeordnet wird.

Im Zentrum sollen erfahrene TU-Experten mit Entwicklern der AVL und Studierenden gemeinsam spezielle Themen der Getriebetechnik beforschen und Analysen zu verschiedensten Fragen rund um den Antriebsstrang durchführen. "Für uns ist es eine einmalige Chance mit der weltweit modernsten Infrastruktur in diesem Bereich zu arbeiten und Studierenden Möglichkeiten zu schaffen, die sie an anderen Unis nicht haben", betonte TU-Rektor Harald Kainz. Hier hat die TU Graz weitere Details zu diesem Entwicklungszentrum veröffentlicht.

Grundlagenforschung bei Tribologie, Getriebetechnik und Antriebssystemen

Der Betrieb im "Transmission Center" sei bereits angelaufen, auch seien schon mehrere Dissertanten eingebunden, schilderte Institutsleiter Hannes Hick. Im "Transmission Center" können Grundlagenuntersuchungen im Bereich der Tribologie, der Getriebetechnik und Antriebssystementwicklung durchgeführt werden.

An den Schwenkprüfständen werden beispielsweise Themen im Bereich der Getriebeschmierung untersucht. Neben einem Prüfstand für die Simulation hochdynamischer Belastungssituationen stehe auch ein Schwenkprüfstand zur Verfügung, der in statischen Schwenklagen Untersuchungen erlaubt, wie Hick schilderte. Am Hochlastprüfstand steht ein Werkzeug für Forschungstätigkeiten zu den Themen Festigkeit und Verformung zur Verfügung. In Abstimmung mit der AVL steht das Zentrum auch für Forschungsprojekte mit externen Partnerunternehmen bereit. Überlegungen für eine weitere Ausbaustufe seien bereits im Laufen, so Hick. (apa/red)

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