Autozulieferer

Autozulieferer Leoni rutscht tiefer in die roten Zahlen

Beim Nürnberger Zulieferer Leoni ist der Anlauf für ein neues Werk in Mexiko schief gegangen. Außerdem belasten Kosteneinsparungen und die sinkende Nachfrage nach Bordnetzen und Kabeln das Ergebnis.

Der deutsche Autozulieferer Leoni rutscht tiefer in die roten Zahlen. Allein im zweiten Quartal stand ein Verlust von 44 Mio. Euro zu Buche, wie das Unternehmen mit Sitz in Nürnberg mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Leoni noch 44 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr lief damit ein Minus von 176 (Vorjahr: plus 84) Mio. Euro auf.

Der misslungene Anlauf eines neuen Werks im mexikanischen Merida und die Kosten des Sparprogramms "Value 21" belasteten das Unternehmen. Der Umsatz schrumpfte im Halbjahr wegen der geringeren Nachfrage nach Bordnetzen und Kabeln aus der Autoindustrie um 5,5 Prozent auf 2,65 Mrd. Euro.

Immerhin habe Leoni die Mittelabflüsse aus dem operativen Geschäft bremsen können, hieß es im Zwischenbericht: Im zweiten Quartal flossen nur noch 72 Mio. Euro ab, im ersten waren es mehr als 300 Mio. Euro. Die Liquidität schrumpfte damit auf 649 Mio. Euro, davon sind nur 110 Millionen Barmittel. Der neue Leoni-Chef Aldo Kamper will das Unternehmen mit einem Komplett- oder Teilverkauf der Kabel- und Draht-Sparte oder deren Börsengang sanieren. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, die Umsetzung sei erst im nächsten Jahr zu erwarten. Insidern zufolge hat Leoni kürzlich den Sanierungsspezialisten Hans-Joachim Ziems als Berater an Bord geholt.

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Auch für das Gesamtjahr rechnet Leoni mit roten Zahlen. Der operative Verlust vor Zinsen vor Steuern (EBIT) werde bei bis zu 50 Mio. Euro liegen, die Kosten für "Value 21" und andere Sondereffekte kommen noch oben drauf. Im zweiten Halbjahr sollen aber kaum noch Mittel abfließen, der Free Cash-flow werde etwa auf dem Niveau des ersten Halbjahres von minus 385 Mio. Euro liegen. (reuters/apa/red)

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