Elektroindustrie

Austria Email: Ohne Kurzarbeit durch die Krise

Der steirische Hersteller Austria Email setzt heuer weitehin auf Wachstum - durch Zukäufe sowie organisch. Das Unternehmen sei ganz ohne Kurzarbeit durch die Krise gekommen, betont Vorstand Hagleitner.

Die Austria Email, ein Hersteller von Warmwasser-Speichern mit Sitz im steirischen Knittelfeld, hat im Geschäftsjahr 2019 ihren Umsatz von 67,4 auf 73,5 Mio. Euro gesteigert und will vor allem durch Zukäufe in Deutschland auch heuer wachsen - das kündigte Vorstandschef Martin Hagleitner im Gespräch mit der APA an.

Die mehrheitlich zur französischen Groupe Atlantic gehörende Austria Email AG präsentierte heute bei ihrer digitalen Hauptversammlung die Ergebniszahlen für 2019. Die Austria Email AG und die seit drei Jahren konsolidierte Austria Email GmbH Deutschland erzielten einen Jahresumsatz von 73,5 Mio. Euro. Die AG selbst verzeichnete einen Umsatz von 68,4 Mio. Euro, nach 62,5 Mio. im Vorjahr. Das EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) der AG wurde von 2,5 Mio. auf 4 Mio. Euro gesteigert. Das seit 2014 bankschuldenfrei gestellte Unternehmen hat eine Eigenkapitalquote von 54,8 Prozent.

Geplante Zukäufe könnten 10 Prozent Umsatzplus bringen

Zuwächse erwarte man durch fortgeschrittene Akquisitionsprojekte in Deutschland, sagte Hagleitner. Mit Jahresende werde die ACV Wärmetechnik übernommen, ein weiteres Projekte könnte schon im Sommer abgeschlossen werden. Durch die Zukäufe würde der Umsatz der Austria-Email-Gruppe um etwa ein Zehntel steigen. Wachsen wolle man aber auch organisch durch laufende Produktentwicklungen sowie Forschung und Entwicklung, so Hagleitner. Die Sortimentserweiterungen um Grundwasser- und Erdwärme-Wärmepumpen sowie Schwimmbad-Wärmepumpen würden auf steigendes Interesse stoßen.

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Sanierungen als gutes Geschäft

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Hagleitner zuversichtlich, man sei in der Coronakrise ohne Kurzarbeit ausgekommen. Die Situation sei angespannt gewesen, weil der Shutdown sehr abrupt erfolgt sei. "Wir haben entschieden, den Betrieb unter strikten Hygienebedingungen aufrecht zu erhalten, weil sich für uns abgezeichnet hat, dass eine Stilllegung oder ein Herunterfahren Langzeitfolgen hätte."

Nach der akuten Phase der Pandemie habe sich der politische Fokus nun in Richtung Bewältigung der weltweiten Rezession und Klimakrise verschoben. Die aktuellen Konjunkturpakete in Österreich und Deutschland sowie der "Green Deal" der EU würden eine gute Grundlage zur Erhöhung der Sanierungsrate bilden, wovon auch die Austria Email profitieren würde, hofft Hagleitner. "Ein zweiter Corona-bedingter Lockdown wäre auch für relativ krisenresistente Branchen katastrophal."

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Mehr Mitarbeiter - trotz Coronakrise

Der Personalstand der Austria-Email-Gruppe ist im Vorjahr auf 350 Leute leicht gestiegen und man sei auch für die nächsten Monate zuversichtlich. "Wir haben vor, Lehrlinge einzustellen und suchen aktuell auch Schweißer, Elektrobetriebstechniker, Maschinenbautechniker, Automatisierungstechniker und Industrial Engineers."

Eckdaten zum Unternehmen

Das vor 165 Jahren gegründete Traditionsunternehmen mit Hauptsitz und Werken in Knittelfeld produziert und vertreibt u.a. Warmwasserbereiter und Wärmepumpen. 2015 wurde Austria Email von der französischen Groupe Atlantic mehrheitlich übernommen. Im Februar 2017 nahm der neue Mehrheitseigentümer das Unternehmen von der Wiener Börse.

Die 1968 gegründete Groupe Atlantic ist ein französisches Familienunternehmen mit mehr als 9.400 Beschäftigten in 28 Werken weltweit. Sie erzielte im Vorjahr einen Bruttoumsatz von rund 2,2 Mrd. Euro. Die Franzosen halten heute 67,2 Prozent der Anteile an der Austria Email, der Treibacher Industrieholding gehören 27 Prozent.

Vorstandschef Martin Hagleitner ist im Konzern für die deutschsprachigen Länder und ausgewählte Marken verantwortlich sowie für den Vertrieb der Konzernprodukte in Südosteuropa. (apa/red)