Handelspolitik

Außenhandel: Berlin lehnt deutsch-amerikanische Regelungen ab

Der Handelsüberschuss Deutschlands gefällt der Regierung Trump nicht. Washington bietet "eine bilaterale Lösung" für den großen Überschuss des Landes im Handel mit den USA an - doch Berlin lehnt ab. Handelspolitik sei Sache der Europäischen Union, so ein Sprecher.

Die deutsche Regierung lehnt den amerikanischen Vorschlag nach einer bilateralen Lösung für den großen deutschen Überschuss im Handel mit den USA ab. "Die Handelspolitik liegt in der Zuständigkeit der Europäischen Union", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Berlin der Nachrichtenagentur Reuters.

Große Überschüsse im Handel mit USA und Großbritannien

Die deutschen Exporte in die USA übertrafen 2016 die Importe von dort um 49 Mrd. Euro. Nur im Handel mit Großbritannien ist der deutsche Überschuss noch größer. Hier liegt er bei gut 50 Mrd. Euro.

Der Sprecher betonte, Überschüsse in der Leistungsbilanz ließen sich nicht wirtschaftspolitisch steuern, sondern seien "Ergebnis von marktbestimmten Angebots- und Nachfrageentwicklungen" und "Ausdruck der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft". Maßnahmen wie der gesetzliche Mindestlohn und höhere Investitionen dürften zu einem nachhaltigen Abbau der Überschüsse beitragen.

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"Das ist eine ernste Sache"

Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hatte den deutschen Handelsüberschuss diese Woche als "ernste Sache" bezeichnet. Er sei eines der schwierigsten Probleme im Handel, mit denen sein Land konfrontiert sei.

"Ich denke, es wäre nützlich, mit Deutschland offen über Wege zu sprechen, wie wir diese Überschüsse reduzieren können, und zwar außerhalb der Grenzen und Beschränkungen, die die Deutschen für sich geltend machen." (reuters/apa/red)

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