Chemische Industrie

Auslagerungen bei Bayer: Milliardenschwere "Synergieeffekte" in Sicht

Nach der Megaübernahme von Monsanto prüft der deutsche Chemiekonzern die Auslagerung von Teilen seiner Forschung, wie Betriebsräte berichten - offenbar ist das der Anfang der milliardenschweren "Synergieeffekte".

Der deutsche Pharmakonzern Bayer erwägt eine Auslagerung von Pharmaforschungsaktivitäten. Vorstandschef Werner Baumann habe Ende September auf einer Betriebsversammlung in Leverkusen über das schwächer werdende Wachstum des Pharmageschäfts gesprochen und Gedanken geäußert, dass Ausgaben für die Forschung nach außen verlagert werden könnten, erklärte der Bayer-Gesamtbetriebsrat in einem Infobrief.

Milliardenfusion - dann Einsparungen bei Mitarbeitern

Betriebsratschef Oliver Zühlke erwartet vom Vorstand weitere Erklärungen: "Wir fordern Sicherheit für unsere Kolleginnen und Kollegen." Der Vorstand müsse auch klarstellen, welche Folgen die mit der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto angekündigten Einsparungen für die Beschäftigten hätten. Bayer hatte ab 2022 jährliche Beiträge zum bereinigten Betriebsergebnis (EBITDA) von 1,2 Mrd. Dollar (1,04 Mrd. Euro) durch Synergien in Aussicht gestellt.

"Kräftige Veränderungen" erwartet

Bayer durchleuchtet seit Jahresbeginn weltweit alle Pharma-Standorte für Forschung und Entwicklung unter dem Projektnamen "Super Bowl". Reuters hatte im September von einem Insider erfahren, dass Stellenkürzungen, die Verlagerung von Arbeitsplätzen oder auch die Auslagerung von Medikamententests möglich seien. Es werde "kräftige Veränderungen" geben.

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Erste Ergebnisse der Überprüfung seien im November zu erwarten. Beim Bayer-Gesamtbetriebsrat war zunächst keine weitere Stellungnahme erhältlich. Ein Bayer-Sprecher erklärte, Baumann habe sich bei der Veranstaltung auf bereits geäußerte Absichten bezogen, künftig verstärkt auf externe Kooperationen setzen zu wollen. Konkrete Beschlüsse seien noch nicht gefasst worden. (reuters/apa/red)

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