Energieversorgung

Auseinandersetzung um Biogas zwischen Land Tirol und Tigas

Laut Tigas-Gutachten ist Biogas ein hocheffizientes alternatives System. Das Land Tirol sieht aber nur keinen sehr geringen Anteil des Bedarfs durch Biogas gedeckt.

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Zwischen der Tigas - einer 86-Prozenttochter des Tiroler Landesenergieversorgers Tiwag - und dem Land Tirol gibt es offenbar Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Energieversorgung durch Biogas. Während das Land der Ansicht ist, dass eine nachhaltige Versorgung durch Biogas nicht möglich sei, findet die Tigas, dass mit Biogas die Anforderungen an ein hocheffizientes alternatives System gewährleistet seien, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (Montags-Ausgabe).

Deshalb könne laut Tigas auch die Alternativenprüfung, die bei Neubauten und größeren Sanierungen vorgeschrieben ist, im baubehördlichen Bewilligungsverfahren entfallen. Das Produkt "Biogas" der Tigas enthält unterschiedlich hohe Anteile an Biogas. Wenn eine Versorgung mit Biogas zu 100 Prozent bilanziell vertraglich vereinbart werde, liege ein hocheffizientes alternatives Energiesystem vor, so die Meinung der Tigas.

Der Erdgasversorger ließ im Frühjahr sogar ein Gutachten erstellen - dem das Land in einer Expertise aber widerspreche, so die "TT". Denn in der Alternativenprüfung müsse untersucht werden, ob ein hocheffizientes alternatives System "auf Dauer" gegeben sei. "Die Beimischung von Biogas führt nur zu einem sehr geringen Biogasanteil von etwa ein bis zwei Prozent (je nach Quellenangabe), auch bei einer möglichen Mobilisierung des Potenzials in Tirol können nur rund zehn Prozent des aktuellen Bedarfs gedeckt werden. Eine nachhaltige Versorgung durch Biogas ist nicht möglich", so das Land. Auch die Einjahresverträge der Tigas würden "keine dauerhafte Versorgung" gewährleisten.

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Energieautonomes Tirol

Das Land Tirol will bis 2050 energieautonom werden. Statt auf Biogas will das Land vielmehr auf ein Verbot von Gasheizungen im Neubau ab 2025 setzen. Nur in Ausnahmefällen sollen Gasheizungen - nach der Alternativenprüfung - genehmigt werden.

Die FPÖ sah indes einen Angriff des grünen Regierungspartners auf die Tigas. "Das Land untergräbt die eigene Gesellschaft, indem sie durch das Abschaffen der Gasheizungen auch die Gasinfrastruktur Tirols gefährdet", sagte LAbg. Evelyn Achhorner in einer Aussendung. "Gas enthält einen Anteil an Biogas, der stetig größer wird und Gasheizungen arbeiten sehr effizient. Der Vergleich mit Stromheizungen wie Wärmepumpen muss ehrlich geführt werden, denn Strom enthält eben auch französischen Atomstrom und polnischen Kohlestrom", meinte Achhorner. Für FPÖ-LAbg. Alexander Gamper war die angepeilte Energieautonomie eine "reine PR-Mogelpackung".

Die Regierungspartei Grüne sprach sich wiederum für "absolute Ehrlichkeit in der Energiewende" aus. Klubobmann Gebi Mair forderte von der Tigas, dass "der Anteil an Grünem Gas schnellstmöglich auch real erhöht wird". Außerdem sollen die "Ausbaupläne für das Leitungsnetz pausiert werden, solange es nicht gelingt, das Erdgas aus der Tigas auszuschleichen". Weiters müsse die Tigas in puncto Alternativenprüfung nachgeben. "Was nicht ökologisch ist, darf nicht länger als ökologisch angepriesen und sogar. (apa)