Bildungsdossier

Lernfähiges Tier „Mensch“

Kaum vermittelt und schon wieder obsolet – fast scheint es, als würde die neue Industriewelt in Ausbildungsfragen einen Teufelskreis ohne Ausweg schaffen.

Von
Karriere Fischer Edelstahl Rohre

Rolf Arnold sieht das etwas anders. „Wenn man an die neuen Herausforderungen mit den alten Methoden herangeht, mit den Lernmethoden, wie wir sie aus der klassischen Schul- oder auch Lehrlingsausbildung kennen, dann wird man tatsächlich scheitern.“

Doch der Mensch sei ein lernfähiges Tier, das immer schon in der Lage war, sich selbst und unabhängig von äußeren Vorgaben Dinge anzueignen, die es braucht.

„Wenn wir darauf vertrauen, dass es auch ein selbstgesteuertes, intrinsisch motiviertes Lernen gibt, dann können wir auch darauf vertrauen, dass Mitarbeiter sich nötiges Wissen selbst holen oder eben Schulungen einfordern, wenn sie Bedarf haben.“

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Arnold könnte Recht haben. Glaubhafte Untersuchungen gehen jedenfalls davon aus, dass wir achtzig Prozent unseres Wissens außerschulisch, im informellen Kontext erwerben. Auf Selbstorganisation zu vertrauen, kann daher tatsächlich der bessere Weg sein als Leute zu Schulungen zu verdonnern, die dann vielleicht auch noch am Bedarf vorbei organisiert werden.

Ansprüche werden komplexer

Denn der Bedarf ändert sich ständig, die Ansprüche werden zunehmend komplex. „Ich will Ihnen dazu ein simples Beispiel geben“, sagt Heinz Paar, „noch vor einigen Jahren hat eine Standardanlage im Wesentlichen einen Knopf gehabt. Auf dem stand Ein – Aus oder, das waren schon die komplizierten Maschinen, Auto – Manuell – Stopp.

Heute werden Eingaben am Bildschirm benötigt, der Maschinenführer muss auch viel mehr Parameter im Blickfeld behalten. Das ist schon ein viel komplexeres Anforderungsprofil.“