Erdgas

Aus für deutsches LNG-Terminal in Wilhelmshaven

Im deutschen Wilhelmshaven wird vorerst kein Terminal für verflüssigtes Erdgas gebaut. Das Projekt sollte die Kritik der USA an Nord Stream 2 entkräften.

Im deutschen Wilhelmshaven wird vorerst kein Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) gebaut. Die Projektgesellschaft LTeW (LNG Terminalgesellschaft Wilhelmshaven) stelle die bisherigen Planungen auf den Prüfstand, da die Buchungsabsichten der Interessenten für eine Fortsetzung des Projekts in bisheriger Form nicht ausreichten, teilte der Energiekonzern Uniper am Freitag mit.

Dies gilt auch als Rückschlag für die deutsche Regierung, die im Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2 den USA den Ausbau der LNG-Infrastruktur versprochen hat. Das Wirtschaftsministerium wies darauf hin, man habe von Anfang an betont, dass es sich bei den LNG-Plänen um privatwirtschaftliche Initiativen handle. Der Infrastrukturausbau werde von den Unternehmen dann vorangetrieben, wenn diese eine Notwendigkeit dafür sähen. Zudem sei bisher nur eines von insgesamt vier LNG-Projekten abgesagt worden. Ähnliche LNG-Pläne gibt es in Brunsbüttel, Stade und Rostock.

Die US-Regierung drängt darauf, dass Europa und Deutschland mehr amerikanisches LNG-Gas kaufen. Deutschland hatte im Streit um die von Washington abgelehnte Nord-Stream-2-Pipeline argumentiert, dass der Ausbau der LNG-Terminals eine zu große Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas verhindere. Auch bei einem möglichen Regierungswechsel in Washington wird damit gerechnet, dass der politische Druck auf das Ostsee-Pipeline-Projekt bleiben wird.

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Die Terminalgesellschaft, die vollständig Uniper gehört, überlegt nun neue Optionen, wie der Standort Wilhelmshaven als Importhafen für umweltfreundliches Gas genutzt werden könne. Langfristig sei auch der direkte Import von Wasserstoff eine Option. "Alle Konzepte müssen die gleichen harten wirtschaftlichen Kriterien erfüllen", betonte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck.