Außenhandel

"Aus dem Iran geflohen": Zweifelhaftes Lob für deutsche Konzerne aus Washington

Ein Lob der anderen Art kommt vom amerikanischen Außenminister Mike Pompeo. Fast jedes deutsche Unternehmen, "Leute, bei denen richtig Geld auf dem Spiel steht", hätten sich den US-Sanktionen gegen den Irak gefügt. Der Industrieverband BDI gibt zu, dass die EU-Hilfen für Unternehmen im Iran bisher wirkungslos sind.

US-Außenminister Mike Pompeo hat die deutsche Wirtschaft für ihr Verhalten im Iran positiv erwähnt. Die Bundesregierung habe zwar auch nach der Rückzugsankündigung von Kanzlerin Angela Merkel ihre Meinung nicht geändert und wolle am Atomabkommen mit dem Iran festhalten.

Merkel findet wohlklingende Worte - Industrie entscheidet sich für das Gegenteil

"Aber fast jedes deutsche Unternehmen - Leute, bei denen richtig Geld auf dem Spiel steht - haben die entgegengesetzte Entscheidung getroffen", sagte Pompeo in einem Interview des Senders Fox News. "Sie sind geflohen", sagte Pompeo. "Sie haben das Land verlassen." Die deutschen Unternehmen hätten damit auf die amerikanischen Iran-Sanktionen reagiert.

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Pompeo meinte, er hoffe, dass mit der Zeit alle Länder Europas zu der Einsicht gelangten, dass der Iran Instabilität im Nahen Osten säe und jeder Druck nötig ist, um dagegenzuhalten. Ziel der USA sei es, dem Iran Demokratie zurückzubringen. Die Regierung müsse ihr Verhalten ändern. Es gebe nur eine einfache Bitte: Der Iran möge sich wie ein normales Land verhalten.

Zweite Runde der Sanktionen geplant

Die USA werden in Kürze eine zweite Runde von  Sanktionen gegen den Iran wieder einsetzen, nachdem Präsident Donald Trump im Mai die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen hatte. Die übrigen Unterzeichner des Abkommens - Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland - stehen weiterhin zu der Vereinbarung.

Deutscher Industrieverband: Hilfen der EU verpuffen

Der Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Thomas Bauer, hatte kürzlich eingeräumt, dass EU-Hilfen für Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben, wirkungslos blieben. Dazu: Europa startet Hilfen gegen Iran-Sanktionen >>

"Wenn die Amerikaner unser Geschäft in ihrem Land schließen, weil wir als Konzern im Iran Handel betreiben, dann kann uns die EU auch nicht helfen", sagte Bauer, der ein Tiefbau-Unternehmen leitet. "Der Hebelarm, den die Amerikaner haben, ist so stark, dass man nichts dagegen setzen kann." (dpa/apa/red)

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