Bahn

Auftrag für Kapsch CarrierCom in Tschechien blockiert

Die tschechische Wettbewerbsbehörde (UOHS) hat der staatlichen Schienen-Betriebsgesellschaft SZDC vorerst untersagt, einen Vertrag mit Kapsch CarrierCom über die Lieferung eines Zugfunksystems (GSM-R) im Wert von 216,6 Millionen Kronen (7,8 Millionen Euro) zu unterzeichnen, berichtete das tschechische Nachrichtenportal "iDnes.cz".

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Die Wettbewerbshüter haben mit dieser vorläufigen Entscheidung der Beschwerde eines Kapsch-Konkurrenten stattgegeben. Das Auswahlverfahren sei auf Kapsch zugeschnitten gewesen, argumentierte der Beschwerdeführer Vegacom.

Vergabe-Bedingungen möglicherweise gesetzwidrig

UOHS-Sprecher Martin Svanda bestätigte, dass die Vergabe-Bedingungen möglicherweise gesetzwidrig gewesen seien. Die vorläufige Maßnahme betrifft die Bahnstrecken von Ceske Budejovice (Budweis) nach Ceske Velenice und Horni Dvoriste.

Vegacom hatte die Technik des Herstellers Nokia angeboten und legte ein Gutachten vor, wonach die Ausschreibung für den Auftrag so gestaltet gewesen sei, dass nur die Technik von Kapsch in Frage kam.

Das Verkehrsministerium in Prag weist die Vorwürfe zurück. Die Vergabe-Bedingungen seien im Einklang mit dem Gesetz so gestaltet gewesen, dass die Verkehrssicherheit und ein pannenloser Betrieb des Systems jederzeit gewährleistet seien. "Derzeit haben wir keine Informationen, wonach die Vergabe-Dokumentation nicht standardgemäß wäre", sagte der Sprecher des Ministeriums, Zdenek Neusar. (APA)