Elektroautos

Audi: Schwierigkeiten in der Lieferkette beim Elektro-Flaggschiff

Audi plant mit Kurzarbeit an seinem Standort in Brüssel, weil ein Zulieferer Schwierigkeiten mit dem Nachschub hat. Es gebe Schwierigkeiten bei der Koordinierung der rund 300 Zulieferer, hieß es.

Der deutsche Autohersteller Audi kämpft mit Nachschubproblemen in der europäischen Fertigung seines Vorzeige-Elektroautos E-Tron. "Bei der Produktion des E-Tron in Brüssel gibt es Lieferengpässe", sagte ein Unternehmenssprecher und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Es gebe Schwierigkeiten bei der Koordinierung der rund 300 Zulieferer.

Audi könne deswegen die Nachfrage nach dem E-Tron nicht bedienen. Es gebe aber keinen Produktionsstopp. Audi erwäge, in dem Werk Kurzarbeit zu beantragen und Zeitarbeitsverträge nicht zu verlängern.

Engpässe im Brüsseler Werk

Audi hat deshalb Kurzarbeit für seine Elektroauto-Fabrik in Brüssel angekündigt, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Gewerkschaften seien außerdem darüber informiert worden, dass die Verträge von 145 Leiharbeitern nicht verlängert würden. Weitere 250 könnten folgen. Als Grund habe die Direktion Schwierigkeiten eines Zulieferers genannt, nötige Teile für den Einbau der Batterien in die Elektro-SUVs zu liefern, erklärten Arbeitnehmervertreter den Angaben zufolge.

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300 Zulieferer: Besonders komplexe Abläufe

Ein Werkssprecher sagte, am Bau der Modelle e-tron und e-tron Sport in Brüssel seien mehr als 300 Zulieferer beteiligt, was die Abläufe komplex mache und manchmal zu "unerwarteten Situationen" führen könne.

Nach Informationen aus Branchenkreisen handelt es sich um Lieferschwierigkeiten bei Batteriekomponenten. Als großes Problem gilt in der ganzen Autobranche der verlässliche Bezug von Zellen als Kernbestandteilen der Batterien. Audi bezieht seine Batteriezellen nach früheren Angaben von den Zulieferern LG Chem und Samsung SDI.

Im Vorjahr 26.000 Exemplare des E-Tron verkauft

Die Markteinführung des E-Tron im vergangenen Jahr wurde bereits von einer Rückrufaktion wegen Brandgefahr in den Batterien überschattet. Audi verkauft den Wagen seit März 2019 in Europa, seit dem Sommer in den USA und seit dem Herbst in China. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 26.000 Exemplare des E-Tron ausgeliefert. In der europäischen Produktionsstätte in Brüssel beschäftigt Audi 3.000 Mitarbeiter.

Nicht der einzige Hersteller, der mit Elektroautos Probleme hat

Bei mehreren Herstellern läuft der Produktion von Elektroautos nicht rund, während ihnen die EU-Kommission mit Vorgaben zur Verringerung der CO2-Emissionen im Nacken sitzt. Daimler dementierte in der vergangenen Woche allerdings einen Medienbericht, wonach das Unternehmen sein Absatzziel für den Elekro-SUV Mercedes-Benz EQC im laufenden Jahr zurückgeschraubt habe. (reuters/dpa/apa/red)

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