Atomkraft

Auch Südkorea kündigt den Ausstieg aus der Atomenergie an

Südkorea schaltet den ältesten Atomreaktor des Landes ab. Das nimmt Regierungschef Moon Jae-in zum Anlass, den kompletten Ausstieg seines Landes aus der Atomkraft anzukündigen: Es werde keine Laufzeitverlängerungen oder Neubauten von Reaktoren mehr geben, so Moon.

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Der neue südkoreanische Präsident Moon Jae-in hat anlässlich der Abschaltung des ältesten Atomreaktors Kori-1 den kompletten Ausstieg des Landes aus der Nuklearenergie angekündit. "Wir treten in die postnukleare Ära ein", sagte der Mitte-Links-Politiker.

Es werde keine Laufzeitverlängerungen oder Neubauten von Reaktoren geben, betonte Moon. Ein nicht unbedeutender Schritt für den aufstrebenden asiatischen Industriestandort: Derzeit deckt das asiatische Land 30 Prozent seines Energiebedarfs mit Atomenergie, die in 25 Reaktoren produziert wird. Die Laufzeit der meisten von ihnen endet im kommenden Jahrzehnt.

Moon will auch die klimaschädliche Kohle als Energieträger - sie macht derzeit 40 Prozent des Energiemix aus - zurückdrängen und stattdessen auf Erdgas sowie erneuerbare Energie setzen.

Global 2000 fordert mehr

Aus Österreich meldet sich dazu die Umweltorganisation Global 2000 zu Wort. Die Gesellschaft fordert, dass der Ankündigung "jetzt konkrete Taten folgen müssten". Atomsprecher Reinhard Uhrig verwies darauf, der bisher angekündigte Mix von erneuerbarer Energie und Gas sei "weit entfernt von den ambitionierten Möglichkeiten in Asien, wo der rasche Ausbau der immer kostengünstiger werdenden Erneuerbaren wie Wind und Solarenergie in den letzten Jahren zu einem regelrechten Ausbau-Boom in China und Indien führt".

Ob diese Wortmeldung in Südkorea wahrgenommen wurde oder noch jemals wird, ist nicht überliefert. (afp/apa/red)