Autoindustrie

Auch Rumänen bemüht sich um Volkswagens neues Werk

"Rumänien hat bereits qualifiziertes Personal, das aufgrund der vielen dort ansässigen Zulieferer auch Erfahrung im Automobilsektor hat", Vorsitzenden des Deutschen Wirtschaftsclubs im rumänischen Kronstadt, Werner Braun.

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Für den Vorsitzenden des Deutschen Wirtschaftsclubs im rumänischen Kronstadt, Werner Braun, ist Rumänien der geeignete Standort für das geplante Volkswagen-Werk. "Rumänien hat bereits qualifiziertes Personal, das aufgrund der vielen dort ansässigen Zulieferer auch Erfahrung im Automobilsektor hat", sagte er zu Journalisten im rumänischen Sinaia.

VW wollte ursprünglich ein neues Werk im türkischen Manisa in der Nähe von Izmir bauen. Die Fachzeitschrift "Automobilwoche" bezifferte vor wenigen Tagen die Kosten des Werks auf 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro für VW, eine weitere Milliarde soll von Zulieferern investiert werden. Das Werk soll rund 4.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Wegen des türkischen Einmarsches in Nordsyrien wurde der Plan jedoch auf Eis gelegt. Laut VW-Betriebsratschef und Aufsichtsratsmitglied Bernd Osterloh wollen die Arbeitnehmervertreter den Bau des Werks in der Türkei blockieren, solange das Land die Gefechte in Nordsyrien fortführt.

Braun sprach sich für einen Standort in einem EU-Mitgliedsland aus: "Jede Investition innerhalb der EU stärkt die EU-Wirtschaft", sagte er. Bulgarien gilt nun als neuer Favorit für den alternativen Standort des Werkes, aber auch Rumänien bewirbt sich. Aufgrund der vielen deutschen Firmen in Rumänien sollen sich die dortigen Arbeitnehmer bereits der deutschen Arbeitsdisziplin angepasst haben.

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Die politischen Verhältnisse Rumäniens sind für Braun aufgrund der vielen Korruptionsvorwürfe "problematisch". Die Korruptions-NGO "Transparency International" sieht das Land weltweit auf Rang 61. "Die Korruption geht mit den Staatsaufträgen einher", sagte Braun. "Privatisierung und politische Stabilität ist der Schlüssel", fuhr er fort.

Die mit Korruptionsvorwürfen konfrontierte sozialdemokratische PSD-Regierung wurde im Oktober durch ein Misstrauensvotum abgesetzt. Ihr könnte laut aktuellen Umfragen eine rechtsliberale Regierungskoalition aus PNL und USR folgen. Der Vorsitzende äußerte jedoch auch Skepsis gegenüber der erst 2016 gegründeten USR, die sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen schreibt, bisher aber noch keine Regierungsverantwortung hat. "Ich habe eher Angst vor den neuen Parteien, die noch keine Erfahrung mit denjenigen Menschen gemacht haben, die im Hintergrund die Fäden ziehen", bemerkte er. (apa/red)

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