Kollektivverträge

Auch im Fachverband Bergbau-Stahl steigen die Löhne

Nach Einigung beim Metaller-KV gibt es auch in der Branche Bergbau-Stahl eine Erhöhung der Löhne um 2,7 Prozent. Angesichts rückläufiger globaler Konjunktur sowie Überkapazitäten am Stahlmarkt sei dieser Abschluss "gerade noch tragbar", so die Seite der Arbeitgeber.

Nach dem KV-Abschluss in der Metalltechnischen Industrie haben sich auch der WKÖ-Fachverband Bergbau-Stahl und die Gewerkschaft heute, Mittwoch, auf einen neuen Kollektivvertrag für die rund 17.000 Beschäftigte geeinigt. Der KV-Abschluss ist ident mit der Einigung in der Metalltechnischen Industrie.

Eine Branche mit knapp 200.000 Beschäftigten - und sechs getrennten Verhandlungsgruppen

Die gesamte Metallindustrie umfasst 195.000 Beschäftigte. Seit 2012 verhandeln die sechs WKÖ-Fachverbände bzw. Berufsgruppen auf Wunsch der Arbeitgeber und gegen den Widerstand der Gewerkschaften die Kollektivverträge getrennt. Der Abschluss in der Metalltechnischen Industrie gilt als richtungsweisend und als Vorlage für die fünf weiteren Kollektivverträge.

Die Eckdaten

Wie in der Metalltechnischen Industrie wurde auch für die Beschäftigten im Bereich Bergbau-Stahl eine gestaffelte Lohn- und Gehaltserhöhung ab 1. November von 2,8 Prozent in den Berufsgruppen A-C, 2,7 Prozent in den Berufsgruppen D-H und 2,6 Prozent in den Berufsgruppen I-K vereinbart. Im Schnitt beträgt das Lohn- und Gehaltsplus rund 2,7 Prozent. Für die Beschäftigungsgruppen A und B wurde ein Mindestlohn und Mindestgehalt von 2.000 Euro vereinbart.

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Die Aufwandsentschädigungen steigen um 2,0 Prozent und die Reisediäten um 2,6 Prozent. Das Jubiläumsgeld kann in Freizeit umgewandelt werden. Der von der Gewerkschaft geforderte Rechtsanspruch auf die Vier-Tage Woche und die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche wurde nicht vereinbart.

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Arbeitgeber: "Gerade noch tragbar"

Die Unternehmer zeigten sich mit dem Abschluss zufrieden. "Trotz der sich deutlich verschlechternden konjunkturellen Rahmenbedingungen konnte ein für beide Sozialpartner tragfähiger Kompromiss erzielt werden," so der Arbeitgeber-Verhandlungsleiter Markus Ritter, Geschäftsführer der Marienhütte, vergangene Woche in einer Aussendung. Angesichts rückläufiger globaler Konjunktur sowie Überkapazitäten am Stahlmarkt und daraus resultierender Ertragseinbrüche sei "dieser Abschluss gerade noch tragbar". (apa/red)

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