Aufspaltungen

Auch Daimler will sich aufspalten

Der deutsche Premiumhersteller beschließt eine Neugliederung des Konzerns - mit drei rechtlich selbstständigen Sparten unter den Namen Mercedes-Benz, Truck und Mobility. Damit folgt Daimler einem neuen Trend in der Industrie wie auch Siemens, GE, Volkswagen und Continental.

Daimler geht den angekündigten Konzernumbau an. Der Stuttgarter Autokonzern soll in die drei rechtlich selbstständige Einheiten Mercedes-Benz, Truck und Mobility gegliedert werden, teilen Vorstand und Aufsichtsrat mit.

Die Kosten für den Umbau einschließlich Steuereffekten bezifferte Daimler auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Endgültig beschlossen werden soll das Vorhaben von den Aktionären auf der Hauptversammlung im nächsten Jahr. Den Mitarbeitern sicherte das Unternehmen eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 zu. Zudem stellte der Konzern bis 2024 Investitionen von 35 Mrd. Euro in die deutschen Standorte in Aussicht.

Konzern hat derzeit fünf Sparten

Derzeit besteht Daimler aus fünf Divisionen. Künftig werden die Vans der Pkw-Sparte zugeschlagen und die Busse den Lkws. Damit entstehen drei unabhängige Einheiten. Ziel des Umbaus ist eine größere Flexibilität beim Wandel der Branche hin zu Elektromobilität, selbstfahrenden Autos und Mobilitätsdienstleistungen. Der deutsche Konzern will in der Lage sein, leichter Kooperationen und Partnerschaften in einzelnen Geschäftsfelder einzugehen.

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Auch Siemens, Volkswagen und dem Zulieferer Continental verfolgen ähnliche Pläne. Anders als Conti plant Daimler derzeit jedoch keinen Teilbörsengang einer Sparte. (reuters/apa/red)

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