Autozulieferer

Auch bei AVL List müssen jetzt hunderte Mitarbeiter gehen

Die Kündigungswelle durch Österreichs Industrie hat jetzt auch den Grazer Motorenbauer AVL List erfasst. Bis zum Jahresende müssen 220 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Zuletzt war etwa die Hälfte der Grazer Belegschaft in Kurzarbeit.

Der Grazer Motorenbauer AVL List baut in Graz bis Jahresende 220 Stellen ab, wie das Unternehmen Anfang Oktober bekannt gegeben hat. Der Schritt müsse trotz Kurzarbeit, Reduktionen und anderer Anpassungen gesetzt werden, "um sich für die Zukunft gut aufzustellen". AVL List beschäftigt in der steirischen Hauptstadt derzeit rund 4.000 Mitarbeiter.

Die Kündigungen waren zuvor den Mitarbeitern der AVL mitgeteilt worden. Dem Unternehmenssprecher zufolge sollen dadurch "die Zukunftsthemen abgesichert werden". Ursache für den Stellenabbau sei eine "verhaltene Auftragslage der Automobilindustrie", eine "Delle", obwohl man gerade für den Mobilitätssektor die Technologien der Zukunft entwickle. Die Kündigungen finden allen Bereichen statt. Die betroffenen Mitarbeiter sollen in den kommenden Wochen informiert werden.

Hälfte der Belegschaft in Kurzarbeit

Seit dem Frühjahr waren rund 2.000 Mitarbeiter der AVL in Graz, damit etwa die Hälfte der Belegschaft, in Kurzarbeit. Zusätzlich gab es Überstundenabbau und freiwilligen Gehaltsverzicht von Führungskräften, doch das alles habe nicht gereicht, um die Jobs zu retten. Der Sprecher kündigte an, dass die Kurzarbeit für viele der übrigen Mitarbeiter auch verlängert werde. Wie sich die Coronaviruskrise auf Umsatz und Gewinn auswirke, könne noch nicht abgeschätzt werden.

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300 Neueinstellungen im Vorjahr

Erst im Vorjahr seien 300 Mitarbeiter neu bei dem Grazer Antriebsstrangentwickler aufgenommen worden, so der Sprecher. Im Geschäftsjahr 2019 war der Umsatz um 12,6 Prozent von 1,75 auf 1,97 Mrd. Euro gestiegen und auch in den Jahren davor hatten die Zahlen stets ein sattes Plus davor stehen. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 11.500 Mitarbeiter. (apa/red)

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