Marktprognose

Auch 2016 große Fusionen bei Pharma und Chemie erwartet

Das Fusionsfieber in der Pharmabranche und bei den Unternehmen der chemischen Industrie dürfte auch 2016 anhalten, so eine Analyse der Beratungsgesellschaft KPMG. Im Vorjahr gab es Transaktionen von knapp 300 Milliarden Dollar.

Nach dem Fusions-Rekordjahr 2015 rechnet die Beratungsgesellschaft KPMG auch im laufenden Jahr mit zahlreichen Übernahmen in der Pharma- und Chemiebranche. "Die Konsolidierungswelle im Bereich der Generika und der Agrarchemie hat neue Impulse bekommen. Weitere Transaktionen sind zu erwarten", sagte KPMG-Pharma- und Chemieexperte, Vir Lakshman.

Zudem rechne er damit, dass die Pharmakonzerne ihr Produktangebot durch Käufe von Biotechnologiefirmen weiter auffüllten. Dabei dürften sie verstärkt ein Auge auf Unternehmen mit Medikamenten oder Wirkstoffen in sehr frühen Entwicklungsphasen werfen.

2015 so viele Fusionen und Übernahmen wie noch nie

Im vergangenen Jahr war es im Pharmasektor zu so vielen Fusionen und Übernahmen gekommen wie noch nie zuvor. Auch 2016 dreht sich das Übernahmekarussell weiter: Diese Woche kündigte der britisch-irische Konzern Shire an, den US-Konkurrenten Baxalta um rund 30 Milliarden Euro übernehmen zu wollen.

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Laut einer KMPG-Analyse, die auf Thomson-Reuters-Daten beruht, wurden weltweit Transaktionen im Umfang von 298 Mrd. Dollar abgeschlossen. Damit knackte die Branche den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2000 von 253 Mrd. Dollar.

Der Paukenschlag aus dem vergangenen Jahr war die Ankündigung von Pfizer, den Botox-Anbieter Allergan für rund 160 Mrd. Dollar zu kaufen und damit das Börsenschwergewicht Johnson & Johnson zu überholen. Für Bewegung in Deutschland dürfte im laufenden Jahr der geplante Beteiligungstausch von Boehringer Ingelheim mit der französischen Sanofi sorgen, der auf 12,4 Mrd. Dollar veranschlagt wird. (ag./apa/red)

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