Rettungspaket

AUA-Mutter Lufthansa akzeptiert Auflagen für Staatshilfen

Nachdem sich die deutsche Regierung mit der EU-Kommission auf die Abtretung von Start- und Landerechten geeinigt hat, hat nun auch der Lufthansa-Aufsichtsrat dem staatlichen Rettungspaket grünes Licht gegeben.

Die Konzernmutter der Austrian Airlines Lufthansa hat mit massiven Umsatzrückgängen zu kämpfen. Der Konzern und die deutsche Regierung hatten sich vor einer Woche deshalb auf ein neun Milliarden Euro schweres Stützungsprogramm geeinigt. Diesem Paket stimmte der Lufthansa-Aufsichtsrat zuletzt aber aus Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen von Auflagen aus Brüssel zunächst nicht zu.

"Ein Kompromiss, mit dem alle leben können"

Am Wochenende hatte eine Sprecherin der EU-Kommission dann aber eine Einigung verkündet. Die Lufthansa werde "gewisse Slots" in Frankfurt und München "zur Verfügung stellen", wenn die Flughäfen dort wieder "überfüllt" seien. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich mit der Einigung grundsätzlich zufrieden - dies sei "unterm Strich ein Kompromiss, mit dem alle Beteiligten leben können", sagte er in der ARD.

Die Airline wird nach eigenen Angaben jeweils bis zu vier Flugzeuge in Frankfurt und in München abgeben - an die acht Maschinen sind je drei Slots am Tag gebunden, also Start- und Landerechte. Diese Option steht demnach für zumindest eineinhalb Jahre nur neuen Wettbewerbern zur Verfügung. Falls kein neuer Wettbewerber von der Option Gebrauch mache, werde die Option auch auf vorhandene Wettbewerber an den jeweiligen Flughäfen erweitert.

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Die Zustimmung des Aufsichtsrates sei nun eine "sehr schwierige Entscheidung" gewesen, erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Karl-Ludwig Kley. "Nach intensiver Diskussion haben wir uns dazu durchgerungen, dem Vorschlag des Vorstands zuzustimmen."

Kley erklärte, der Aufsichtsrat empfehle den Aktionären, "diesen Weg mitzugehen, auch wenn er ihnen substanzielle Beiträge zur Stabilisierung ihres Unternehmens abverlangt". Es müsse aber deutlich gesagt werden, "dass vor der Lufthansa ein sehr schwieriger Weg liegt".

Der Konzern erwartet, dass es Jahre dauert, bis die Luftfahrtbranche wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Konzernchef Spohr hält deshalb eine Anpassung der Kapazitäten für unvermeidbar. "Mit unseren Tarif- und Sozialpartnern wollen wir unter anderem darüber sprechen, wie die Auswirkungen dieser Entwicklung möglichst sozialverträglich abgefedert werden können", erklärte er. Über den aktuellen Stand und die erforderlichen Maßnahmen in Deutschland werde der Vorstand mit den Gewerkschaften Verdi, Vereinigung Cockpit und UFO bei einem Spitzengespräch beraten. (apa/afp)