Energie

Atomkraftwerk Akkuyu: Russen und Türken gehen im Streit auseinander

In der Türkei gibt es Streit um den Bau des ersten Atomkraftwerks des Landes: Ein Konsortium aus drei türkischen Konzernen habe sich aus einem Joint-Venture mit der russischen Atomenergiebehörde Rosatom zurückgezogen, berichteten Medien am Dienstag.

Demnach konnten sich die Parteien nicht auf die kommerziellen Bedingungen der Zusammenarbeit bei dem ehrgeizigen Projekt im südtürkischen Akkuyu einigen. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Konsortium Cengiz-Kolin-Kalyon (CKK), das aus drei großen Industriekonzernen gebildet worden ist, ziehe sich aus dem Projekt ganz zurück. Laut der russischen Zeitung "RBK" soll stattdessen der staatliche türkische Energiekonzern EUAS den 49-Prozent-Anteil des Konsortiums übernehmen. Die anderen 51 Prozent des Projekts in der Provinz Mersin werden von Rosatom gehalten.

Die Türkei plant drei Atomkraftwerke zur Deckung des steigenden Strombedarfs seiner 80 Millionen Einwohner. Das Projekt in Akkuyu gilt als Symbol der wachsenden russisch-türkischen Kooperation. Der Bau des AKW soll dieses Jahr beginnen, damit es rechtzeitig zum 100. Jubiläum der türkischen Republik 2023 in Betrieb gehen kann. Laut "RBK" hätte eigentlich schon Ende 2017 die endgültige Vereinbarung zu dem Projekt unterzeichnet werden sollen.

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