Versiegelung

Atemberaubend schnelle Zubetonierung heimischer Böden geht weiter

Österreich hat den höchsten Landverbrauch der EU im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Laut Umweltbundesamt werden an jedem einzelnen Tag 12,4 Hektar fruchtbarer Böden versiegelt - die für Pflanzenanbau für immer verloren sind. Kritik kommt von Umweltschützern und jetzt auch von der Kirche: "Bodenversiegelung ist Raub der Schöpfung."

In Österreich werden laut Umweltbundesamt täglich 12,4 Hektar verbaut, einmal versiegelter Boden ist nie wieder landwirtschaftlich nutzbar. In Folge drohen mehr Naturkatastrophen.

Um auf das Thema aufmerksam zu machen, wurden Bischof Alois Schwarz und Christine Haiden als neue Botschafter für den Erhalt der Böden bei einer Pressekonferenz der Hagelversicherung in Wien vorgestellt.

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Die Bodenversiegelung im Jahr 2018 betrug "immer noch das Fünffache von dem, was in der Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 fixiert wurde", sagte Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung. Das Ziel von 2,4 Hektar pro Tag wurde weit verfehlt. Die Folgen seien laut Weinberger fatal. Regenwasser könne immer schlechter versickern, was zu mehr Überschwemmungen führe. Auch Dürreperioden würden zunehmen.

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Auf der Gegenseite gebe es viel Leerstand. "Die Revitalisierung der mehr als 40.000 Hektar leer stehenden Immobilien ist das Gebot der Stunde", sagte Weinberger. Immer weniger nutzbare Böden würden unter anderem die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln und viele Arbeitsplätze gefährden.

Gravierende Folgen schon in einem Jahrzehnt

Die Linzer Volkswirtschafter Friedrich Schneider und Stefan Jenewein von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung untersuchten, welche Folgen bei gleicher Nutzung schon in zehn Jahren spürbar wären. Rund 216 Millionen Euro würden die Verluste betragen. "Weiters gehen in Summe 14.920 Vollarbeitsplätze bzw. knapp 20.000 Arbeitsplätze verloren", sagten sie. Größter Verlierer wäre die Landwirtschaft, aber letztendlich seien alle Wirtschaftssektoren betroffen. Ein Vorbild sei Deutschland, das bis 2050 keine neuen Böden mehr bebauen möchte. So könne auch beim Hochwasserschutz gespart werden, denn ein Kubikmeter Boden kann 200 bis 400 Liter Wasser speichern.

"Bodenversiegelung ist Schöpfungsraub"

Für Alois Schwarz, dem Diözesanbischof von St. Pölten, ist klar: "Bodenversiegelung ist Schöpfungsraub." Es sei höchste Zeit diesen Raub zu beenden. Er nimmt die Kirche in die Pflicht, die Menschen zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen zu motivieren. Auch Christine Haiden, Chefredakteurin der "Welt der Frauen", sieht einen Handlungsbedarf. "Deshalb muss man klar sagen, was dieser Umgang mit dem Bodenverbrauch bedeutet: Die Vernichtung unser aller Lebensgrundlage, aber insbesondere jener der nächsten Generationen, unserer Kinder und Kindeskinder", sagte sie. (apa/red)

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